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Vokal

Chor

Ein Chor ist eine Gruppe gemeinsam Singender, in der jede Stimme mehrfach besetzt ist. „Chor“ heißt auch die Komposition für ein solches Ensemble. Im Notenbild erkennst du einen vierstimmigen Chorsatz an den Stimmbeschriftungen links vom System: Sopran, Alt, Tenor und Bass.

Bedeutung
Gesangsgruppe, in der jede Stimme mehrfach besetzt ist
Zweite Bedeutung
Komposition für ein solches Ensemble
Übliche Besetzung
Sopran, Altus, Bass
Abgrenzung
Vokalensemble: jede Stimme nur solistisch oder höchstens zweifach besetzt
Wortherkunft
griechisch chorós, „Tanzplatz, Reigen“

Was einen Chor ausmacht

Entscheidend ist nicht, dass viele Menschen zusammen singen, sondern dass jede Stimme mehrfach besetzt ist. Singt jede Stimme nur solistisch oder höchstens zweifach, spricht man von einem Vokalensemble: Die Stimmen mischen sich dann nicht chorisch. Das Wort „Chor“ meint außerdem die Komposition, die ein solches Ensemble aufführt. Es geht über das Lateinische auf das griechische chorós zurück, das „Tanzplatz“ oder „Reigen“ bedeutete.

Die übliche Aufteilung: SATB

In einem gemischten Chor singen die Frauen meist in der hohen Sopran- und der tieferen Alt-Lage, die Männer in der hohen Tenor- und der tiefen Bass-Lage. Die Abkürzung dafür lautet SATB und gilt als Standardbesetzung. Daneben gibt es gleichstimmige Chöre, zum Beispiel Frauen-, Männer- oder Kinderchöre. Jede Stimme kann zusätzlich geteilt werden; dann verdoppelt man in der Abkürzung ihren Buchstaben, etwa SSAATTBB für acht Stimmen.

Sopran und Alt auf einem System

4 4

Die obere Stimme ist der Sopran (e″, d″, c″), die untere der Alt (g′, g′, e′). Beide teilen sich ein System, wie im Notenarchiv bei „Der Mond ist aufgegangen“.

Tenor und Bass im Bassschlüssel

4 4

Der Tenor (c′, h, g) steht über dem Bass (c, G, c). Setzt du diese Zeile unter die erste, klingen in jedem der drei Akkorde vier Töne, einer je Stimme: C-Dur (c, e, g, c), G-Dur (g, h, d, g), C-Dur (c, e, g, c).

Die beiden Zeilen zeigen, wie vier Stimmen auf zwei Systeme verteilt werden. Zählen kannst du es an den Noten: In jedem der drei Akkorde klingt je ein Ton pro Stimme.

Chorsätze im Notenarchiv

Im Archiv erkennst du einen Chorsatz an den Stimmbeschriftungen links vom System, bei vielen Blättern zusätzlich an der Angabe „Chorsatz SATB“ unter dem Titel.

Stück im ArchivStimmen im NotenbildAngabe auf dem Blatt
Der Mond ist aufgegangen (Schulz)Sopran, Alt, Tenor, Bass; je zwei Stimmen teilen sich ein Systemkeine Besetzungsangabe; die vier Beschriftungen stehen am ersten System
Nachtwache (Brahms)sechs Systeme: Sopran, Alt I, Alt II, Tenor, Bass I, Bass II„Chorsatz SATB“ in der Kopfzeile
Caligaverunt (Naujalis)vier Systeme: Cantus, Altus, Tenor, Bassus„Chorsatz SATB“ in der Kopfzeile
O How Amiable Are Thy Dwellings (Weelkes)fünf Systeme: Soprano, Alto 1, Alto 2, Tenor, Bass„Chorsatz SATB“ in der Kopfzeile

Bei „Nachtwache“ nennt die Kopfzeile SATB, das Notenbild zeigt aber sechs Systeme: Alt und Bass sind in je zwei Stimmen geteilt. Nach der Schreibweise für geteilte Stimmen wäre das SAATBB. Aus dem Notenbild allein siehst du nicht, wie viele Sängerinnen und Sänger eine Zeile singen; das ist eine Frage der Besetzung, nicht der Notation.

Chorsätze mit Stimmbeschriftung

Zum Üben: Schlage „Der Mond ist aufgegangen“ auf und suche die vier Stimmen. Sopran und Alt teilen sich das obere System, die Hälse nach oben gehören dem Sopran. Spiele oder singe nur diese Zeile, dann nur die nach unten gehalsten Noten darunter, und höre, wie sich beide verbinden.

Häufige Fehler

  • SATB als Personenzahl lesen: Die vier Buchstaben zählen Stimmen, nicht Sängerinnen und Sänger.
  • Sechs Systeme bei „SATB“ für einen Fehler halten: Geteilte Stimmen bekommen ein eigenes System, hier Alt I und II sowie Bass I und II.
  • Chor und Vokalensemble gleichsetzen: Der Unterschied liegt in der Besetzung, nicht in der Zahl der Stimmen.