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Form

Kanon

Mehrstimmige Form, in der alle Stimmen dieselbe Melodie zeitversetzt ausführen.

Was es bedeutet

Der Kanon ist eine mehrstimmige musikalische Form, in der alle beteiligten Stimmen dieselbe Melodie singen oder spielen, jedoch jeweils zeitversetzt einsetzen. Während die zuerst einsetzende Stimme fortschreitet, beginnt die nächste von vorn, sodass sich beim gleichzeitigen Erklingen verschiedener Melodieabschnitte Harmonien ergeben, die der Komponist von vornherein bedacht haben muss.

Musikalische Verwendung

Kanons reichen von einfachen, für den gemeinsamen Gesang gedachten Formen wie „Bruder Jakob“ bis zu kunstvollen, streng konstruierten Kompositionen etwa in Johann Sebastian Bachs Musikalischem Opfer oder Goldberg-Variationen. Der Kanon ist zugleich eine Kompositionstechnik: Sonderformen wie der Krebskanon, bei dem eine Stimme die Melodie rückwärts ausführt, oder der Doppelkanon mit zwei gleichzeitigen Kanons zeigen die Vielfalt des Prinzips.

Abzugrenzen ist der Kanon von der Imitation im weiteren Sinn, die nur einen Abschnitt betreffen kann, während der Kanon die Nachahmung über das ganze Stück streng durchhält. Von der Fuge unterscheidet er sich dadurch, dass im Kanon alle Stimmen dasselbe Thema in gleicher Gestalt fortlaufend wiederholen, während die Fuge mit Zwischenspielen und freierer Stimmführung arbeitet.

Spielpraxis

Singe oder spiele einen Kanon zunächst allein, um die Melodie sicher zu beherrschen, bevor du im Zusammenspiel mit anderen Stimmen einsetzt. Höre beim gemeinsamen Singen genau auf die anderen Einsätze, damit dein eigener Einsatz zeitlich exakt passt und die entstehenden Harmonien sauber klingen.