Lied
Ein Lied ist ein Gedicht, das auf eine Melodie gesungen wird, meist aus mehreren gleich gebauten Strophen. Dieselbe Melodie trägt jede Strophe. Im Notenarchiv steht das Lied als schlichte Melodie mit Akkordsymbolen und als Kunstlied mit Klavier.
- Bedeutung
- gesungenes Gedicht; auch die Melodie, die einem Gedicht unterlegt ist
- Wortherkunft
- mittelhochdeutsch liet, althochdeutsch liod; die weitere Herkunft ist ungeklärt
- Englisch
- song; „lied“ meint dort häufig das deutsche Kunstlied
Text und Melodie als Einheit
Ein Lied verbindet einen Text mit einer Melodie. Es ist ein auf eine bestimmte Melodie gesungenes Gedicht, meist aus mehreren gleich gebauten und gereimten Strophen, und das Wort kann auch die Melodie meinen, die einem Gedicht unterlegt ist. Lieder sind kleinere, knapp gegliederte gesungene Kompositionen aus Musik und Liedtext. Wer singt, ist dabei offen: eine einzelne Person, ein Ensemble oder ein Chor, mit oder ohne Begleitung.
Eine Melodie, mehrere Strophen
Ein eigenes Beispiel, kein Zitat, ohne Text: ein Auftakt von einem Viertel und vier Takte. In einem Strophenlied würde jede Strophe auf genau diese Noten gesungen, jede mit demselben Auftakt.
Strophen auf eine Melodie
Der Notendruck eines Strophenlieds zeigt die Melodie nur einmal, die Strophen werden alle auf dieselben Töne gesungen. Zwei Anordnungen zeigt das Archiv: Bei „Auf, auf, ihr Hirten in dem Feld“ steht die erste Strophe unter den Noten und die zweite als Textblock darunter, bei „Das Lied der Trennung“ stehen drei nummerierte Strophentexte untereinander unter der Singstimme.
| Begriff | Kern der Bedeutung | Gesungen von |
|---|---|---|
| Lied | auf eine Melodie gesungenes Gedicht, meist mit mehreren gleich gebauten Strophen | einer Person, einem Ensemble oder einem Chor |
| Volkslied | schlichtes, im Volk gesungenes Lied in Strophenform | im Volk |
| Kunstlied | von einem Komponisten künstlerisch vertontes Lied, typisch mit Klavierbegleitung | ausgebildeten Stimmen |
| Choral | von der Gemeinde gesungenes evangelisches Kirchenlied | der Gemeinde |
| Arie | Gesangsstück für Solo mit Instrumental- oder Orchesterbegleitung, meist Teil einer Oper, Kantate oder eines Oratoriums | einer Solostimme |
Die Tabelle zeigt, wie sich das Lied von den Nachbarbegriffen unterscheidet. Ein Volkslied ist ein schlichtes Strophenlied, ein Kunstlied ein vertontes Gedicht, oft für Singstimme und Klavier. Der Choral ist ein Kirchenlied, die Arie ein Solostück meist innerhalb eines größeren Werks.
Im Notenarchiv
Kunstlied für Gesang und Klavier
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Das Lied der Trennung Wolfgang Amadeus Mozart · Gesang und Klavier, mit Akkorden für Gitarre · 4 Seiten
Auf Seite 1 sind „Singstimme“ und „Pianoforte“ beschriftet, als Dichter ist Klamer Schmidt genannt. Tempoangabe „Langsam“, 2/4-Takt, vier ♭ in der Vorzeichnung, Auftakt ein Achtel. Unter der Singstimme stehen drei nummerierte Strophentexte zu einer Melodie. Die Seite endet mit einem Wiederholungszeichen.
Instrumentalstück mit „Lied“ im Titel
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Altfranzösisches Lied Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, aus: Album für die Jugend, op. 39 Nr. 16 · Klavier · 1 Seite
Ein Klavierstück ohne Singstimme und ohne Text: „Moderato assai“, 2/4-Takt, zwei ♭ in der Vorzeichnung, Auftakt ein Achtel, Beginn mit p. Die Melodie liegt in der rechten Hand unter langen Bögen. Das Wort „Lied“ meint hier den Charakter des Stücks, nicht eine gesungene Vertonung.
Einstimmige Melodie mit Akkordsymbolen
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Auf, auf, ihr Hirten in dem Feld Weihnachtslied, Melodie: Volksweise (Kärnten) · einstimmig mit Akkordsymbolen · 1 Seite
Einstimmige Melodie mit Akkordsymbolen: 6/8-Takt, drei Kreuze, Auftakt ein Achtel, vier Zeilen zu je vier Takten. Zeile 1 und Zeile 3 haben dieselbe Akkordfolge A–E7–A–E7, Zeile 4 endet auf A. Die erste Strophe steht unter den Noten, die zweite als Text darunter.
Die drei Blätter zeigen drei Seiten des Wortes: das mit Klavier gesetzte Kunstlied, das Instrumentalstück, das nur im Titel ein „Lied“ ist (es gibt auch „Lieder ohne Worte“ als einem Lied ähnliche Instrumentalstücke), und die einstimmige Melodie, die man mit Akkorden begleitet.
Häufige Fehler
- Das Lied nur als Text sehen: Ohne die Melodie ist es ein Gedicht.
- Den Auftakt in den Folgestrophen vergessen: Beginnt die Melodie mit einem Auftakt, beginnt auch jede weitere Strophe damit.
- Jedes Stück mit „Lied“ im Titel für gesungen halten: Das Blatt von Tschaikowsky ist ein Klavierstück ohne Text.