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Form

Volkslied

Das Volkslied ist ein schlichtes, im Volk gesungenes Lied in Strophenform, das mündlich überliefert wird und oft von einem unbekannten Verfasser stammt. Auf den Liedblättern im Archiv steht an Stelle von Namen „Volksgut“ und „Volksweise“. Die Tabelle vergleicht fünf Blätter, vier davon sind als Volkslied bezeichnet.

Bedeutung
volkstümliches, schlichtes Lied in Strophenform, mündlich überliefert
Urheber
oft unbekannt; auf den Blättern „Text: Volksgut“ und „Melodie: Volksweise“
Wortprägung
Johann Gottfried Herder, 1773, nach englisch popular song
Form
Strophen auf dieselbe Melodie

Ein Lied, das vom Volk getragen wird

Ein Volkslied ist ein volkstümliches, im Volk gesungenes, vom Geist und von der mündlichen Überlieferung des Volkes geprägtes, schlichtes Lied in Strophenform. Das Wort hat Johann Gottfried Herder 1773 geprägt, in Anlehnung an das englische „popular song“. Als Kennzeichen gelten leichte Sangbarkeit, Herkunft aus dem Volk und Anonymität; Text und Melodie können sich durch Weitersingen verändern. Oft stammt ein Volkslied von einem unbekannten Verfasser.

Vier Volkslieder und ein Vergleich

Auf den Liedblättern des Archivs ist das gut zu sehen. Statt eines Dichters und Komponisten stehen dort die Angaben „Text: Volksgut“ und „Melodie: Volksweise“. Alle Blätter sind Strophenlieder: Die Melodie steht einmal, die weiteren Strophen folgen als Text darunter. Die Tabelle stellt die vier Volkslieder und zum Vergleich ein Lied mit genannten Urhebern nebeneinander; unter den Blättern danach sind „Auf de schwäbsche Eisebahne“ und seine sieben Strophen nur in der Tabelle aufgeführt.

LiedGattungsangabe auf dem BlattTakt, TonartAuftaktStrophen auf dem Blatt
Ein Jäger aus KurpfalzVolkslied2/4, F-Durein Achtel3
Die Gedanken sind freiVolkslied3/4, C-Durzwei Achtel4
Es ist ein Schnee gefallenVolkslied4/4, F-Durein Viertel3
Auf de schwäbsche EisebahneVolkslied aus Schwaben2/4, G-Durkeiner7
Der Mond ist aufgegangenAbendlied; Dichter und Komponist sind genannt4/4, F-Durein Viertel6 (Zählung springt von 5 auf 7)

Auffällig ist, wie unterschiedlich die Blätter sonst gebaut sind: Zweivierteltakt, Dreivierteltakt und Viervierteltakt, drei Tonarten, mit und ohne Auftakt. Das Volkslied ist also keine Taktart und keine Tonart, sondern eine Gattung. Im Vergleichsblatt „Der Mond ist aufgegangen“ ist der Aufbau derselbe, die Gattung heißt dort aber „Abendlied“ und die Urheber sind namentlich genannt.

Volkslieder im Archiv

Zum Vergleich: Lied mit genannten Urhebern

Zum Üben: Lege zwei der Blätter nebeneinander und suche bei jedem mit Auftakt die Stelle, an der der Auftakt und der letzte Takt zusammen einen vollen Takt ergeben. Singe dann die erste Strophe und achte darauf, dass der Auftakt leicht beginnt und die erste volle Zählzeit betont wird.

Häufige Fehler

  • Jedes Lied mit Strophen für ein Volkslied halten: Der „Mond ist aufgegangen“ ist ebenfalls ein Strophenlied, das Blatt nennt aber Dichter und Komponisten und die Gattung „Abendlied“.
  • Nur die Strophe unter den Noten singen: Die weiteren Strophen stehen als Text unter dem Notensystem und gehören zur selben Melodie.
  • Den Auftakt wie einen vollen Takt zählen: Er ergänzt den verkürzten Schlusstakt.