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Vokal

Hymne

Feierliches Lob- oder Preislied.

Was es bedeutet

Eine Hymne ist ein feierliches Lob- oder Preislied. Der Begriff umfasst zwei Bereiche, die auseinanderzuhalten sind: den liturgischen Hymnus, ein strophisches geistliches Lied mit fester Melodie, das im Stundengebet und an Festtagen gesungen wird, und die Hymne im weiteren Sinn als weltliches Preislied, etwa als National- oder Vereinshymne. Gemeinsam ist beiden der erhobene Tonfall und die strophische Anlage, die das gemeinsame Singen einer größeren Gruppe ermöglicht.

Musikalische Verwendung

Liturgische Hymnen gehören zum ältesten Bestand des christlichen Gesangs; ihre Melodien sind schlicht, in Kirchentonarten gehalten und auf mehrfache Wiederholung angelegt. Viele wurden mehrstimmig bearbeitet oder als Grundlage für Orgel- und Vokalwerke verwendet. Weltliche Hymnen folgen einem ähnlichen Bauprinzip: einfache, eingängige Melodie, begrenzter Umfang, deutliche Gliederung — Eigenschaften, die für den Gesang großer Gruppen erforderlich sind. In der Instrumentalmusik wird der hymnische Tonfall als Charakter aufgegriffen, etwa in breit angelegten, choralartigen Abschnitten.

Im Kirchengesang bezeichnet der Hymnus ein strophisches Loblied, im weltlichen Bereich ist die Nationalhymne das bekannteste Beispiel. Haydn schrieb die Melodie der späteren deutschen Nationalhymne. ## Spielpraxis

Wähle ein Tempo, das die Gliederung trägt und der Gruppe Atem lässt; Hymnen werden häufig zu schnell angegangen und verlieren dann ihre Würde. Achte auf eine Tonart, die für alle Mitsingenden bequem liegt, und transponiere lieber, als Spitzentöne zu erzwingen. Gestalte die Strophen unterschiedlich, etwa durch wechselnde Begleitung, damit lange Folgen nicht eintönig werden. Bei liturgischen Hymnen richte Betonung und Phrasierung nach dem Text und der Silbenverteilung. Gib beim gemeinsamen Singen ein klares Vorspiel, das Tonart und Zeitmaß eindeutig festlegt.

Hymnen für das gemeinsame Singen gedacht sind und deshalb Rücksicht auf ungeübte Stimmen verlangen: Ein zu hohes Tempo oder eine unbequeme Tonart verhindern, dass die Gruppe mitgeht. Transponiere lieber, als Spitzentöne zu erzwingen. Prüfe bei Gemeindegesang, ob die Melodie in der örtlichen Ausgabe in einer abweichenden Fassung steht.