Zum Inhalt springen
Instrument

Gitarre

Die Gitarre ist ein Zupfinstrument mit flachem Körper, breitem Hals und meist sechs Saiten. Ihre Musik steht im Violinschlüssel und klingt eine Oktave tiefer als notiert. Manche Ausgaben zeigen das mit einer kleinen 8 unter dem Schlüssel, andere lassen sie weg.

Bedeutung
Zupfinstrument, meist sechs Saiten
Schlüssel
Violinschlüssel, wahlweise mit kleiner 8 darunter
Klang
eine Oktave tiefer als notiert
Leere Saiten
E – A – d – g – h – e′ (Standardstimmung; E2 bis E4)
Wortherkunft
spanisch guitarra, über das Arabische von griechisch kithára

Notiert und klingend

Gitarrenmusik wird im Violinschlüssel geschrieben, klingt aber eine Oktave tiefer, als es dort steht. Die Gitarre gehört damit zu den transponierenden Instrumenten, die um eine Oktave versetzt notiert werden; in den Listen steht sie neben Kontrabass und Kontrafagott. Jede Gitarrenzeile klingt also eine Oktave tiefer, als sie dasteht.

Die sechs leeren Saiten in Standardstimmung (klingend)

8 4 4

Von der tiefsten zur höchsten Saite: E, A, d, g, h, e′. Zwischen den ersten vier Saiten liegt je eine Quarte, zwischen g und h eine große Terz, zwischen h und e′ wieder eine Quarte. Die 8 unter dem Schlüssel steht hier, weil die Noten auf den Linien so stehen, wie sie in Gitarrennoten geschrieben werden, nämlich eine Oktave höher, als sie klingen.

Der offene C-Dur-Akkord (klingend)

8 4 4

Fünf Töne in einem Akkord: c, e, g, c′, e′. Das Griffbild weiter unten zeigt, wo sie auf dem Griffbrett liegen.

Die erste Zeile ist so notiert, wie man es mit der kleinen 8 tut: Die 8 erinnert daran, dass die Noten eine Oktave tiefer klingen, als der Violinschlüssel sie lesen würde. Auf den Linien stehen die Töne an derselben Stelle wie in einer Gitarrenstimme ohne 8. Das Griffbild macht den Akkord greifbar:

Griffbild C-Dur: E-Saite nicht anschlagen, A-Saite im 3. Bund, D-Saite im 2. Bund, G-Saite leer, H-Saite im 1. Bund, e-Saite leer × E– Ac De Gg Hc ee
Die tiefe E-Saite bleibt stumm. A-Saite im 3. Bund (c), D-Saite im 2. Bund (e), G-Saite leer (g), H-Saite im 1. Bund (c′), hohe e-Saite leer (e′).

Mit 8 oder ohne

Die 8 ist möglich, aber nicht verbindlich. Der nach unten oktavierende Violinschlüssel gilt für die Gitarre je nach Darstellung als „seltener“ oder wird nur „manchmal“ verwendet. Im Notenarchiv kommt beides vor:

Stück im ArchivSchlüsselWeitere Angaben auf dem Blatt
Etüde Nr. 1 (Giuliani)Violinschlüssel mit kleiner 8Lage „I“, Akkordsymbole, zwei Stimmen in einem System
An Alexis (Horetzky)Violinschlüssel ohne 8„Satz für Gitarre“, zwei Stimmen in einem System
Adelita (Tárrega)Violinschlüssel ohne 8Guitar I und II; römische Ziffern, eingekreiste Ziffern, Fingersatzziffern

Bei Giuliani steht die 8, bei Horetzky und Tárrega nicht. Nach den Quellen klingt Gitarrenmusik in jedem Fall eine Oktave tiefer als notiert; die 8 weist nur darauf hin.

Gitarrenstücke

Was in Gitarrennoten sonst steht

Neben den Noten findest du in Gitarrenausgaben Angaben, die für andere Instrumente fehlen. Üblicherweise geben römische Ziffern die Lage auf dem Griffbrett an, eingekreiste Ziffern die Saite, und Ziffern an den Noten sind Fingersätze. Alle drei findest du in „Adelita“. Viele Lieder des Archivs tragen außerdem die Zeile „mit Akkorden für Gitarre“: Über dem System stehen dann Akkordsymbole; die Noten selbst sind für Gesang, Chor oder Klavier geschrieben.

Zum Üben: Spiele die leeren Saiten der Reihe nach von unten nach oben und danach den C-Dur-Akkord nach dem Griffbild. Welche Töne des Akkords sind leere Saiten? Schlage danach Giuliani Etüde Nr. 1 auf und finde die 8 unter dem Schlüssel.

Häufige Fehler

  • Die 8 für einen zusätzlichen Oktavsprung halten: Sie erinnert nur an die Oktavversetzung, die für Gitarrenmusik ohnehin gilt.
  • Klingende und notierte Höhe vermischen: Das tiefe E klingt als E2, steht aber eine Oktave höher geschrieben.
  • Ziffern über dem System für Fingersätze halten: Römische Ziffern sind Lagen, eingekreiste Ziffern Saiten.