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Notation

Tabulatur

Die Tabulatur ist eine Griffschrift für Saiteninstrumente. Jede Linie steht für eine Saite, jede Zahl für einen Bund. Sie sagt, wo man greifen soll, aber nicht, welcher Ton dabei herauskommt und wie lange er klingt.

Linien
stehen für Saiten (6 bei der Gitarre, 4 beim E-Bass)
Zahlen
stehen für Bünde, 0 = leere Saite
Oberste Linie
höchste Saite (e′)
Kürzel
TAB, Schlüssel am Zeilenanfang
Herkunft
Lautentabulaturen seit dem 15. Jahrhundert

Linien sind Saiten

Die Seite Notations-Symbole beschreibt den Tabulaturschlüssel: ein senkrecht geschriebenes „TAB“ am Beginn eines Tabulatursystems. Die Linien stehen für die Saiten, Zahlen für Bünde. Die oberste Linie ist die höchste Saite, die unterste die tiefste. Eine 0 bedeutet leere Saite, eine 3 den dritten Bund. Der Rhythmus wird oft zusätzlich im Notensystem darüber angegeben. Es gibt auch eine Variante für vier Saiten, vor allem für den E-Bass, mit den Linien E–A–D–G.

Griffbild Am: E-Saite nicht anschlagen, A-Saite leer, D-Saite im 2. Bund, G-Saite im 2. Bund, H-Saite im 1. Bund, e-Saite leer × 2 3 1 E– Aa De Ga Hc ee
Derselbe Griff als Zahlenreihe: x 0 2 2 1 0. In einer Tabulatur stünden diese Zahlen von der tiefen zur hohen Saite auf den Linien.

Zum Lesen gehört die Stimmung. Die Standardstimmung der Gitarre ist laut der Seite Töne am Griffbrett E, A, D, G, H, E von der tiefsten zur höchsten Saite, jeder Bund entspricht einem Halbton. Aus Saite und Bund ergibt sich der Ton, die Tabulatur nennt ihn aber nicht.

Woher sie kommt

Tabulaturen gibt es schon lange: Für die Laute sind sie seit dem 15. Jahrhundert belegt, Orgeltabulaturen sind noch älter. Die moderne sechslinige Gitarren-TAB verbreitete sich mit Rock- und Popmusik und dem Internet.

Was die Tabulatur nicht zeigt

Die Seite Gitarrennoten erklärt, warum die 112 Blätter klassischer Gitarrenliteratur dort durchweg in Notenschrift stehen: Tabulatur sagt, wo du greifen sollst, aber nicht, welcher Ton dabei herauskommt und wie lange er klingt. Für das schnelle Nachspielen eines Riffs ist das effizient. Sobald aber zwei Stimmen gleichzeitig laufen, zeigt die Tabulatur die Stimmführung nicht mehr. Sie kann nicht zeigen, dass der Basston über vier Zählzeiten liegen bleibt, während die Oberstimme achtelweise weitergeht.

NotenschriftTabulatur
zeigtTonhöhe und DauerBünde und Saiten
Rhythmusdurch Notenwerteoft zusätzlich im Notensystem darüber
StimmenHälse nach oben und unten trennen die Stimmennur Zahlen, Stimmführung bleibt unsichtbar
Stärkezeigt Struktur: Melodie, Bass, Mittelstimmeschnelles Nachspielen, zum Beispiel eines Riffs

Dieses Halten ist das Kernproblem der klassischen Gitarre. Die Notenschrift zeigt mit Hälsen nach oben und unten, welche Note zu welcher Stimme gehört. Wer die Stimmen so lesen kann, spielt anders: Der Bass wird nicht mehr abgedämpft, sobald der Finger für den nächsten Melodieton gebraucht wird.

Selbst ausprobieren: In Töne am Griffbrett trainierst du, Töne auf dem Griffbrett zu finden. Das ist genau die Verbindung zwischen Saite, Bund und Ton, die in der Tabulatur fehlt.

Tabulatur als Ersatz?

Der Artikel Die Verschiebung auf dem Griffbrett nennt es einen häufigen Fehler, die Tabulatur als Ersatz zu nehmen. Tabulatur zeige Bünde, nicht Töne, und verdecke damit genau die Struktur, um die es dort geht. Sie sei praktisch zum schnellen Nachspielen und untauglich zum Verstehen. Das heißt nicht, dass man sie meiden muss: Zum ersten Nachspielen ist sie bequem. Wer aber verstehen will, was er spielt, braucht die Notenschrift, die Töne und Dauer festhält.

Häufige Fehler

  • Zahlen für Töne halten: Eine 3 in der Tabulatur ist ein Bund, kein Tonname. Welcher Ton es ist, hängt von der Saite ab.
  • Oben und unten verwechseln: Die oberste Linie steht für die höchste Saite, die unterste für die tiefste.
  • Den Rhythmus übersehen: Eine reine Tabulatur nennt oft keine Notenwerte. Dann bleibt der Rhythmus unklar.