Notenschlüssel
Zeichen zur Festlegung des Tonbezugs.
Was es bedeutet
Der Notenschlüssel legt fest, welcher Ton auf welcher Linie des Systems liegt. Ohne ihn zeigt das Liniensystem nur Abstände, aber keine Höhen — jede Note wäre beliebig. Der Schlüssel liefert den einen festen Bezugspunkt, von dem aus sich alles Übrige ergibt. Er ist damit die erste Information, die am Zeilenanfang gelesen werden muss, noch vor der Vorzeichnung.
Im Notenbild
Drei Arten sind in Gebrauch, jede nach dem Ton benannt, den sie festlegt. Der G-Schlüssel umschließt mit seiner Spirale die Linie des eingestrichenen g und steht heute auf der zweiten Linie — das ist der Violinschlüssel. Der C-Schlüssel markiert mit dem Treffpunkt seiner Bögen das eingestrichene c und ist beweglich geblieben: auf der dritten Linie ergibt er den Altschlüssel, auf der vierten den Tenorschlüssel, auf der ersten den Sopranschlüssel. Eine kleine Acht unter oder über dem Zeichen verschiebt die Lesart um eine Oktave. Am Anfang jeder Akkolade wird der Schlüssel wiederholt; ein Wechsel im Verlauf wird durch das neue Zeichen an der betreffenden Stelle angezeigt, meist in kleinerer Form.
Musikalische Verwendung
Der Sinn der Vielfalt liegt in der Vermeidung von Hilfslinien: Jede Stimme soll den Schlüssel bekommen, in dem ihr Umfang möglichst bequem ins System passt. In der Musik vor dem 19. Jahrhundert wurde davon weit ausgiebiger Gebrauch gemacht als heute; eine vierstimmige Vokalpartitur konnte vier verschiedene Schlüssel zeigen. Heute ist die Auswahl eingeschränkt, doch Viola, Violoncello, Fagott und Posaune wechseln weiterhin je nach Lage.
Weitere Bezeichnungen
Im Fachgebrauch wird meist kurz von Schlüssel gesprochen. Gemeint ist immer das Zeichen am Anfang des Systems, das einer Linie eine bestimmte Tonhöhe zuordnet; die drei Grundformen sind G-, F- und C-Schlüssel.
Spielpraxis
Sieh den Schlüssel bei jedem Zeilenwechsel an, bevor du einsetzt — bei Stimmen mit Schlüsselwechseln ist genau das die häufigste Fehlerquelle. Lerne einen neuen Schlüssel über feste Ankertöne, nicht durch Umrechnen aus einem bekannten. Markiere Wechselstellen in deiner Stimme, bevor du sie zum ersten Mal durchspielst.