C-Schlüssel
Schlüssel, der das eingestrichene C festlegt.
Was es bedeutet
Der C-Schlüssel legt fest, auf welcher Linie das eingestrichene c liegt. Anders als Violin- und Bassschlüssel, die heute an feste Linien gebunden sind, ist er beweglich: Je nachdem, auf welche Linie er gesetzt wird, entsteht ein anderer Schlüssel mit anderem Namen. Der Gedanke dahinter ist praktisch — der Tonumfang einer Stimme soll möglichst ohne Hilfslinien ins System passen.
Im Notenbild
Das Zeichen besteht aus zwei nach rechts geöffneten Bögen an einer senkrechten Doppellinie; die Stelle, an der die Bögen zusammentreffen, markiert das eingestrichene c. Auf der ersten Linie ergibt sich der Sopranschlüssel, auf der zweiten der Mezzosopranschlüssel, auf der dritten der Altschlüssel, auf der vierten der Tenorschlüssel, auf der fünften der Baritonschlüssel. Gebräuchlich sind heute nur noch Alt- und Tenorschlüssel; die übrigen begegnen in älteren Quellen und in wissenschaftlichen Ausgaben, die die originale Schlüsselung beibehalten.
Musikalische Verwendung
Die Viola notiert durchgehend im Altschlüssel, Violoncello, Fagott und Posaune wechseln in hohen Lagen in den Tenorschlüssel. In Vokalmusik vor dem 19. Jahrhundert trug jede Stimme ihren eigenen C-Schlüssel, sodass eine vierstimmige Partitur vier verschiedene Schlüssel zeigen konnte. Renaissance-Quellen kennen darüber hinaus bestimmte Schlüsselkombinationen, deren Deutung — ob sie eine Transposition anzeigen — in der Forschung diskutiert wird; wer mit solchen Ausgaben arbeitet, folgt am besten dem Herausgeberbericht.
Abzugrenzen ist der C-Schlüssel als Oberbegriff von seinen einzelnen Ausprägungen: Altschlüssel und Tenorschlüssel sind nicht zwei verwandte Zeichen, sondern dasselbe Zeichen auf verschiedenen Linien.
Spielpraxis
Merke dir nicht fünf Schlüssel, sondern eine Regel: Wo die Bögen zusammenstoßen, liegt das eingestrichene c. Von diesem einen Punkt aus lässt sich jeder C-Schlüssel erschließen, auch ein ungewohnter. Übe das Lesen an kurzen, dir klanglich vertrauten Melodien, damit sich Notenbild und Klang unmittelbar verbinden. Wenn deine Stimme zwischen zwei Schlüsseln wechselt, markiere die Wechselstellen vorher und spiele die betroffenen Takte einzeln, bevor du den Zusammenhang übst.