Altschlüssel
C-Schlüssel auf der dritten Notenlinie.
Was es bedeutet
Der Altschlüssel ist eine der Erscheinungsformen des C-Schlüssels. Er legt fest, dass die dritte Notenlinie — die mittlere des Systems — das eingestrichene c bezeichnet. Von diesem einen festgelegten Ton aus ergeben sich alle übrigen Tonhöhen des Systems. Der Name stammt aus dem Vokalsatz: Er war der Schlüssel, in dem die Altstimme notiert wurde. Heute wird er dort kaum noch gebraucht, hat sich aber als Standardschlüssel der Viola gehalten und begegnet daneben in Partituren älterer Musik sowie in wissenschaftlichen Ausgaben.
Im Notenbild
Das Zeichen besteht aus zwei nach rechts geöffneten Bögen, die sich an einer senkrechten Doppellinie treffen; der Punkt, an dem die beiden Bögen zusammenstoßen, markiert die Linie des eingestrichenen c. Beim Altschlüssel liegt dieser Punkt auf der mittleren Linie. Das eingestrichene c, das im Violinschlüssel eine Hilfslinie unter dem System braucht und im Bassschlüssel eine darüber, sitzt hier also mitten im System. Genau das ist der praktische Zweck: Der Tonraum zwischen Bass- und Violinlage lässt sich ohne Hilfslinien darstellen. Wandert dasselbe Zeichen auf die vierte Linie, entsteht der Tenorschlüssel, auf der ersten der Sopranschlüssel.
Musikalische Verwendung
Die Viola notiert grundsätzlich im Altschlüssel und wechselt nur in hohen Lagen in den Violinschlüssel. Auch Posaune und Fagott greifen gelegentlich darauf zurück, wenn ihre Stimme längere Zeit in der Mittellage verläuft. In der Musik vor etwa 1750 war die Wahl des Schlüssels ohnehin beweglicher als heute: Jede Stimme bekam den Schlüssel, der ihren Umfang am sparsamsten abbildete, und der Altschlüssel gehörte selbstverständlich dazu. Wer Urtextausgaben oder Faksimiles benutzt, trifft ihn deshalb regelmäßig an.
Spielpraxis
Lerne den Altschlüssel nicht durch Umrechnen aus dem Violinschlüssel — das funktioniert die ersten Wochen und blockiert danach. Verankere stattdessen zwei oder drei feste Bezugspunkte im System, etwa das c' auf der mittleren Linie und das a auf der zweiten Linie von unten, und lies alles Übrige als Abstand dazu. Hilfreich ist, kurze bekannte Melodien im Altschlüssel aufzuschreiben und vom Blatt zu singen; dabei koppelt sich das Notenbild direkt an den Klang statt an eine Rechenregel. Bei Stimmen mit häufigem Schlüsselwechsel lohnt es sich, die Wechselstellen vor dem ersten Durchspielen im Notentext zu markieren.