Violinschlüssel
G-Schlüssel auf der zweiten Linie.
Was es bedeutet
Der Violinschlüssel ist der G-Schlüssel auf der zweiten Linie von unten: Dort liegt das eingestrichene g. Er ist der am häufigsten verwendete Schlüssel überhaupt und meist der erste, den man liest. Von seinem einen Bezugston aus ergibt sich der gesamte übrige Tonraum des Systems.
Im Notenbild
Das Zeichen ist aus dem Buchstaben G hervorgegangen; sein Kern ist die Spirale, deren Mittelpunkt die bezeichnete Linie umschließt. Die fünf Linien tragen von unten nach oben die Töne e', g', h', d'' und f''; die vier Zwischenräume f', a', c'' und e''. Das eingestrichene c liegt auf der ersten Hilfslinie unter dem System — dort, wo im Klaviersatz die beiden Systeme aneinanderstoßen. Eine kleine Acht unter dem Schlüssel bedeutet, dass eine Oktave tiefer klingt als geschrieben; so werden die Tenorstimme im Chor und die Gitarre notiert.
Musikalische Verwendung
Im Violinschlüssel notieren Violine, Flöte, Oboe, Klarinette, Trompete, Horn, die hohen Singstimmen und die rechte Hand am Klavier. Instrumente mit weitem Umfang wechseln bei anhaltender Höhe in ihn hinein: Violoncello und Fagott verlassen dafür den Bass- oder Tenorschlüssel. Zusammen mit dem Bassschlüssel bildet er das System, auf dem die gesamte moderne Notation beruht.
Abzugrenzen ist der Violinschlüssel vom G-Schlüssel als Oberbegriff — in der heutigen Praxis meinen beide Wörter fast immer dasselbe Zeichen, weil der G-Schlüssel nur noch in dieser einen Position vorkommt.
Weitere Bezeichnungen
G-Schlüssel ist der Oberbegriff: Das Zeichen legt die Lage des eingestrichenen g fest. Auf der zweiten Linie ergibt es den Violinschlüssel, auf der ersten den französischen Violinschlüssel der Barockzeit. Mit einer kleinen Acht darunter bezeichnet er die Oktavierung nach unten, etwa für Gitarre und Tenorstimme.
Spielpraxis
Lies über Ankertöne statt über Merksätze: Das eingestrichene g auf der zweiten Linie, das c'' im dritten Zwischenraum und das c' auf der Hilfslinie unten genügen, um alles Übrige als Abstand zu erfassen. Übe das Erkennen von Intervallen im Notenbild — Linie zu nächster Linie ist eine Terz —, damit Sprünge nicht Note für Note entziffert werden müssen. Und wenn du einen zweiten Schlüssel lernst, übe beide in getrennten kurzen Einheiten statt im Wechsel innerhalb einer Übung.