Tonhöhe
Die Tonhöhe sagt, ob ein Ton hoch oder tief klingt. Physikalisch hängt sie von der Frequenz ab, also der Zahl der Schwingungen pro Sekunde, gemessen in Hertz. In der Notenschrift zeigt die Stellung im Liniensystem die Tonhöhe an.
- Maß
- Frequenz in Hertz (Hz)
- Kammerton
- a′ = 440 Hz
- Feineinheit
- Cent (100 Cent = 1 Halbton)
- Oktave
- doppelte Frequenz
Frequenz und Tonhöhe
Je schneller etwas schwingt, desto höher klingt es. Der Kammerton a′ hat 440 Hz, die Oktave darüber 880 Hz: Eine Oktave verdoppelt die Frequenz. Von diesem Anker aus wird jeder weitere Ton in der gleichstufigen Stimmung berechnet. Jeder Halbton hat die Frequenz des vorhergehenden, multipliziert mit der zwölften Wurzel aus 2 (≈ 1,0595), und daraus folgt zum Beispiel c′ bei 261,63 Hz.
Aufsteigende Tonhöhe
Je höher die Note im System steht, desto höher klingt der Ton.
Viele Orchester stimmen für einen helleren Klang etwas höher, bei 442 oder 443 Hz. Historisch informierte Aufführungen barocker Musik verwenden oft 415 Hz, etwa einen Halbton tiefer.
Genauigkeit
Gemessen wird die Abweichung in Cent: 100 Cent entsprechen einem Halbton, 1200 einer Oktave. Als Faustwert gilt ein Ton oft als sauber gestimmt, wenn die Abweichung unter etwa ±5 Cent liegt. Der kleinste hörbare Unterschied zwischen nacheinander erklingenden Tönen liegt je nach Hörer und Lage bei etwa 3 bis 6 Cent; bei gleichzeitigem Erklingen fallen noch kleinere Unterschiede durch Schwebungen auf. Ein Stimmgerät ermittelt die Grundfrequenz und zeigt, wie weit sie von der nächsten Soll-Tonhöhe liegt.
Klingen zwei Töne fast gleich hoch, hört man ein periodisches An- und Abschwellen, die Schwebung. Ihre Frequenz ist die Differenz der beiden Töne: 2 Hz Unterschied heißen zwei Pulse pro Sekunde.
Tonhöhe und Klangfarbe
Zwei Instrumente können denselben Ton spielen, die Tonhöhe ist gleich, die Klangfarbe nicht. Auch Töne mit gleicher Höhe können unterschiedlich laut und lang sein; Tonhöhe ist nur eine der vier Eigenschaften eines Tons.
Häufige Fehler
- Tonhöhe mit Lautstärke verwechseln: Laut ist nicht hoch.
- Dem Stimmgerät blind folgen: Es misst gegen das gleichstufige Raster, einen Kompromiss. Rein gespielte Terzen weichen davon bewusst ab.
- Kammerton für fest halten: 440 Hz ist die Norm, aber viele Orchester stimmen höher.
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Verwandte Begriffe
TonKammertonCentOktaveHalbtonKlangKlangfarbeIntervallSchwebung
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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