Tonhöhe
Höhe oder Tiefe eines Tones.
Was es bedeutet
Die Tonhöhe ist diejenige Eigenschaft eines Tones, die ihn als hoch oder tief erscheinen lässt. Physikalisch entspricht ihr die Frequenz: je mehr Schwingungen in der Sekunde, desto höher der Ton. Die Wahrnehmung folgt dabei nicht der Differenz, sondern dem Verhältnis — eine Verdopplung der Frequenz ergibt immer die Oktave, gleich in welchem Bereich. Deshalb beruhen alle Intervalle auf Verhältnissen.
Im Notenbild
Dargestellt wird die Tonhöhe räumlich: höher im System bedeutet höher im Klang. Welcher Ton auf welcher Linie liegt, legt der Schlüssel fest; Vorzeichen verändern ihn um Halbtöne, Hilfslinien erweitern das Raster. Bei transponierenden Instrumenten fallen geschriebene und klingende Höhe auseinander, weshalb in Partituren zwischen notierter und klingender Angabe unterschieden werden muss.
Musikalische Verwendung
Zwei Dinge sind praktisch wichtig. Erstens ist die absolute Zuordnung eine Vereinbarung: Der Kammerton a' = 440 Schwingungen je Sekunde ist festgelegt, nicht naturgegeben, und historisch schwankte die Stimmtonhöhe erheblich — ein Grund, warum Vokalmusik früherer Jahrhunderte in heutiger Stimmung höher liegt als ursprünglich gedacht.
Zweitens ist die Tonhöhe innerhalb eines Zusammenklangs nicht starr. Auf Instrumenten mit beweglicher Intonation richtet sie sich nach der harmonischen Funktion: Der Leitton wird eng an sein Ziel genommen, die Terz eines Durakkords eher tief. Ein gis als Leitton und ein as als erniedrigte Stufe sind deshalb nicht derselbe Ton, obwohl sie auf dem Klavier zusammenfallen.
Bei manchen Klängen — Glocken, vielen Schlaginstrumenten, Geräuschen — ist eine eindeutige Tonhöhe nicht bestimmbar, weil die Teiltöne nicht in ganzzahligen Verhältnissen liegen.
Die Tonhöhe wird in Hertz gemessen oder mit Notennamen bezeichnet. Das menschliche Gehör nimmt Frequenzen etwa zwischen 20 und 20.000 Hertz wahr; musikalisch genutzt wird ein kleinerer Bereich. ## Spielpraxis
Intoniere im Zusammenhang, nicht isoliert: Prüfe jeden Ton gegen einen tieferen Bezugston und richte dich nach dem Ruhigwerden des Klangs. Nutze Schwebungen statt Anzeigen. Und achte bei transponierenden Instrumenten darauf, im Ensemble immer klingende Höhen zu benennen.