Klangfarbe
Charakteristische Tonqualität.
Was es bedeutet
Die Klangfarbe ist diejenige Eigenschaft eines Klangs, an der man das erzeugende Instrument oder die Stimme erkennt — das, was ein a auf der Geige von einem a auf der Klarinette unterscheidet, obwohl Tonhöhe und Lautstärke gleich sind. Sie ist die vielschichtigste der Klangeigenschaften und lässt sich nicht auf eine einzige Zahl bringen.
Musikalische Verwendung
Ihre wichtigste Grundlage ist die Zusammensetzung der Teiltöne. Ein schwingender Körper schwingt zugleich in Teilen, und welche dieser Teiltöne wie stark hervortreten, bestimmt den Charakter: Klänge mit vielen hohen Teiltönen wirken hell und schneidend, solche mit wenigen weich und rund. Dazu tritt der zeitliche Verlauf — das Einschwingen ist für die Erkennbarkeit sogar entscheidender als das stehende Spektrum.
Innerhalb eines Instruments ändert sich die Klangfarbe mit der Lage: Die tiefe Lage der Klarinette klingt anders als ihre hohe, die G-Saite der Geige anders als die E-Saite. Komponisten nutzen das gezielt und wählen nicht nur das Instrument, sondern auch die Lage nach dem gewünschten Klang. In der Instrumentation kommt die Mischung hinzu: Zwei gemeinsam geführte Instrumente ergeben eine neue Farbe, die keines allein hervorbringt.
Im 20. Jahrhundert rückte die Klangfarbe von einer begleitenden Eigenschaft zu einem gestaltenden Parameter auf, der neben Tonhöhe und Rhythmus tritt und eigene Verläufe bildet.
Weitere Bezeichnungen
Französisch heißt die Klangfarbe timbre, eine ältere französische Umschreibung ist couleur. Physikalisch beruht sie auf der Verteilung der Teiltöne und dem Einschwingvorgang. Das englische sound bezeichnet im Jazz und in populärer Musik den typischen Gesamtklang eines Musikers oder einer Band, also Klangfarbe im erweiterten Sinn.
Spielpraxis
Betrachte die Klangfarbe als Gestaltungsmittel, nicht als feste Eigenschaft deines Instruments: Ansatzstelle, Bogengeschwindigkeit, Anblaswinkel, Anschlagsart verändern sie erheblich. Probiere für eine Stelle bewusst zwei verschiedene Farben aus und entscheide dich. Im Ensemble höre auf die Mischung — gleiche Lautstärke ergibt noch keine gemeinsame Farbe, und das Angleichen von Ansatz und Vibrato bringt mehr als jede Dynamikangabe.