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Theorie

Verdoppelung

Doppelt besetzte Stimme.

Was es bedeutet

Von Verdopplung spricht man, wenn ein Ton eines Akkords in mehr als einer Stimme vorkommt — meist in Oktavabstand. Notwendig wird das, sobald mehr Stimmen vorhanden sind als Akkordtöne: Ein vierstimmiger Satz über einem Dreiklang muss einen der drei Töne doppelt besetzen.

Musikalische Verwendung

Welcher Ton verdoppelt wird, ist nicht gleichgültig. Als Regel gilt, dass in der Grundstellung der Grundton verdoppelt wird, weil er den Klang am festesten stützt. Die Terz wird zurückhaltend verdoppelt, weil sie das Tongeschlecht bestimmt und in Doppelung leicht hervortritt; der Leitton wird nicht verdoppelt, da beide Stimmen zum Grundton streben müssten und dabei Oktavparallelen entstünden. Beim Sextakkord ist die Verdopplung der Terz im Bass ebenfalls zu meiden, während beim Quartsextakkord in der Regel der Bass verdoppelt wird.

Hinter diesen Regeln steht kein Formalismus, sondern die Rücksicht auf Klang und Stimmführung: Verdopplungen erzeugen leicht verbotene Parallelen, und ein ungeschickt verdoppelter Ton macht den Akkord schwer oder schief.

In der Instrumentation bedeutet Verdopplung etwas Verwandtes, aber Weiteres: Zwei Instrumente führen dieselbe Linie, im Einklang oder in Oktaven. Das dient der Tragfähigkeit und vor allem der Klangfarbe, denn aus der Mischung entsteht eine neue Farbe. Eine verdoppelte Stimme bekommt deutlich mehr Gewicht, als die Notenzahl vermuten lässt.

Im vierstimmigen Satz verdoppelt man bei Grundstellung meist den Grundton, weil er klanglich am stabilsten ist. Bei Sextakkorden verdoppelt man Grundton oder Quinte, seltener die Terz. Der Leitton und dissonante Töne wie die Septime werden grundsätzlich nicht verdoppelt, weil beide Stimmen sonst dieselbe Auflösung verlangen und Parallelen entstünden. In der Orchestrierung bezeichnet Verdoppelung außerdem das Mitspielen einer Stimme durch ein weiteres Instrument im Einklang oder in der Oktave. ## Spielpraxis

Achte bei der Balance darauf, dass eine verdoppelte Linie nicht überhandnimmt — zwei Instrumente auf derselben Stimme klingen mehr als doppelt so präsent. Gleiche bei Oktavverdopplungen Artikulation und Vibrato an, sonst entstehen zwei Linien statt einer Farbe. Und intoniert Oktaven besonders sorgfältig; Abweichungen fallen dort am stärksten auf.