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Vortrag

Vibrato

Schwingender Tonansatz.

Was es bedeutet

Vibrato heißt „schwingend" und bezeichnet eine leichte, regelmäßige Schwankung der Tonhöhe, gelegentlich verbunden mit einer Schwankung der Lautstärke. Der Ton wird dadurch belebt und gewinnt an Wärme und Tragfähigkeit. Erzeugt wird es bei Streichern durch eine Bewegung der Greifhand, bei Bläsern über Atem, Lippen oder Kehle, bei Sängern durch die Stimme selbst.

Die wichtigste Abgrenzung betrifft das Tremolo. Beim Tremolo wird ein Ton wiederholt oder zwischen zwei Tönen gewechselt; beim Vibrato bleibt der Ton stehen, und nur seine Höhe schwankt geringfügig. Die Begriffe wurden historisch nicht immer sauber getrennt, was bei älteren Quellen zu Verwechslungen führt.

Zu unterscheiden ist das Vibrato außerdem von der Biegung, die die Tonhöhe gezielt in eine Richtung verschiebt.

Im Notenbild

Das Vibrato wird in der Regel nicht notiert, sondern gehört zur Tongebung. Wo es ausdrücklich verlangt oder ausgeschlossen werden soll, stehen Wörter wie vibrato, molto vibrato, senza vibrato oder non vibrato über dem System. In älterer Musik erscheint gelegentlich eine Wellenlinie als Zeichen für eine vibratoähnliche Verzierung.

Musikalische Verwendung

Wie viel Vibrato angemessen ist, hängt stark von Stil und Epoche ab. Im Barock galt es überwiegend als Verzierung einzelner Töne, im 20. Jahrhundert wurde ein durchgehendes Vibrato bei Streichern und Sängern zur Norm. Die historisch orientierte Aufführungspraxis hat diese Frage neu gestellt und verwendet das Vibrato wieder sparsamer. In der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts wird es häufig bewusst vorgeschrieben oder untersagt.

Heute ist Vibrato bei Streichern und Sängern der Normalfall. Geminiani beschreibt es 1751.

Spielpraxis

Setze das Vibrato als Gestaltungsmittel ein, nicht als Gewohnheit: Breite und Geschwindigkeit sollen zum Charakter passen. Achte darauf, dass die Tonhöhe im Mittel stimmt — ein zu breites Vibrato verunklart die Intonation. Übe bewusst Töne ohne Vibrato, damit du beides zur Verfügung hast. Und prüfe, was der Stil des Stücks verlangt.