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Klangfarbe

Distorsion

Verzerrung eines Klangs durch Übersteuerung.

Was es bedeutet

Distorsion, meist Verzerrung genannt, entsteht, wenn ein Signal über die Grenze dessen hinaus verstärkt wird, was ein Gerät sauber übertragen kann. Die Wellenform wird dabei beschnitten, und es entstehen zusätzliche Teiltöne, die im ursprünglichen Klang nicht enthalten waren. Der Ton wird dadurch obertonreicher, dichter, aggressiver und klingt zugleich länger nach, weil die Lautstärkeunterschiede zusammengedrückt werden. Was in der Tontechnik zunächst ein Fehler war, wurde in der Musik zum gestalterischen Mittel.

Musikalische Verwendung

Verzerrung prägt den Klang großer Teile der populären Musik seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, vor allem bei der elektrischen Gitarre. Sie verändert nicht nur die Farbe, sondern das Spielgefühl: Töne halten länger, kleine Bewegungen der Hand werden hörbar, und Akkorde mit vielen Tönen werden unübersichtlich, weil die zusätzlichen Teiltöne miteinander in Beziehung treten. Deshalb arbeiten verzerrte Stile häufig mit wenigen Tönen und offenen Intervallen. In der Kunstmusik und in der elektronischen Musik wird Verzerrung ebenfalls eingesetzt, dort meist als eine unter vielen Klangbearbeitungen.

Verzerrung entsteht, wenn ein Verstärker oder ein Effektgerät das Signal übersteuert und die Wellenform abgeschnitten wird. Dabei entstehen zusätzliche Obertöne, die den Klang rauer, lauter und dichter machen. In der Rockmusik der 1960er Jahre wurde sie zum Stilmittel; eigene Pedale wie Fuzz, Overdrive und Distortion unterscheiden sich im Grad der Verzerrung. Weil die Terz bei starker Verzerrung unsauber klingt, verwenden Gitarristen oft Power Chords. ## Spielpraxis

Verzerrung die Dynamik verringert: Was leise gespielt wird, klingt ähnlich laut wie ein kräftiger Anschlag. Gestalte deshalb über Artikulation und Dämpfung statt über Anschlagstärke. Dämpfe ungenutzte Saiten konsequent, weil sonst alles mitklingt. Wähle in stark verzerrten Klängen enge Akkorde mit Bedacht — Quinten und Oktaven bleiben klar, dichte Akkorde verschwimmen. Kläre die Einstellungen vor der Probe und ändere sie während eines Stücks nur an geplanten Stellen. Achte auf die Lautstärke im Raum und auf den Gehörschutz.

Verzerrung die Obertöne so anreichert, dass Intervalle anders wirken als im unverzerrten Klang: Terzen werden rau, Quinten und Oktaven bleiben klar. Prüfe die Intonation, weil Abweichungen deutlicher hervortreten.