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Theorie

Teilton

Ein Teilton ist einer der Töne, in die ein schwingender Körper gleichzeitig zerfällt. Eine Saite schwingt nie nur als Ganzes, sondern zugleich in Hälften, Dritteln, Vierteln. Jede dieser Teilschwingungen erzeugt einen eigenen Ton, die Frequenzen sind ganzzahlige Vielfache des Grundtons.

Andere Namen
Oberton (ab dem 2. Teilton), Naturton, Harmonische
Frequenzen
ganzzahlige Vielfache des Grundtons
Nachweis
Klangspektrum als Balkendiagramm
Bestimmt
die Klangfarbe eines Instruments
Zusammenhang
Obertonreihe

Ein Ton enthält viele Töne

Die Seite Klang-Spektrum führt es so ein: Spielt eine Flöte das eingestrichene a und eine Geige denselben Ton, schwingen beide 440-mal pro Sekunde, die Tonhöhe ist identisch. Trotzdem kann man schon nach wenigen Zehntelsekunden hören, welches Instrument spielt. Der Unterschied liegt in dem, was oberhalb davon mitklingt. Eine schwingende Saite oder Luftsäule schwingt nie nur als Ganzes, sondern gleichzeitig in Hälften, Dritteln, Vierteln. Die Hälfte klingt mit der doppelten Frequenz, das Drittel mit der dreifachen. Diese Töne heißen Teiltöne; ab dem zweiten Teilton spricht man auch von Obertönen.

TeiltonFrequenz bei 110 Hz GrundtonAbstand zum Grundton
1110 HzGrundton
2220 HzOktave
3330 HzOktave und Quinte
4440 Hzzwei Oktaven
5550 Hzzwei Oktaven und große Terz
6660 Hzzwei Oktaven und Quinte

Bei einem Grundton von 110 Hz liegen sie laut Seite bei 220, 330, 440, 550, 660 Hz und so fort. Musikalisch bemerkenswert: Der zweite Teilton liegt eine Oktave über dem Grundton, der dritte eine Oktave und eine Quinte, der vierte zwei Oktaven, der fünfte zwei Oktaven und eine große Terz darüber. Der Dur-Dreiklang steckt also physikalisch in jedem einzelnen Ton. Das ist laut Seite kein Zufall der westlichen Musik, sondern eine Eigenschaft schwingender Körper.

Das Spektrum als Klangfarbe

Ein Klangspektrum zeigt die Teiltöne als Balken: waagerecht die Frequenz, senkrecht die Stärke. Der linke Balken ist der Grundton. Die Tonhöhe steckt im Abstand der Balken, die Klangfarbe in ihren Höhen. Die Flöte hat ein auffällig armes Spektrum: Der Grundton dominiert, der zweite Teilton liegt bei etwa einem Fünftel seiner Stärke, alles darüber verschwindet fast. Sie klingt deshalb weich, rund und ein wenig hohl. Die Geige hat ein dichtes Spektrum: Der fünfte Teilton ist noch halb so stark wie der Grundton, der achte deutlich hörbar. Das gibt ihr das Brillante und Schneidende. Die Seite Klangfarbe sagt es so: Genau dieses Mischungsverhältnis nimmt unser Ohr als „Farbe“ wahr.

Zum Ausprobieren

Die Seite Klang-Spektrum beschreibt zwei Experimente. Am Klavier greift man stumm den Akkord c–g–c′–e′ im Diskant, hält die Tasten unten und schlägt dann das große C kräftig an. Nach dem Loslassen klingen die stumm gehaltenen Saiten weiter, sie sind durch die Obertöne des angeschlagenen Tons in Schwingung versetzt worden.

Auf der Gitarre geht dasselbe über Flageoletts: Ein Finger, der die Saite über dem zwölften Bund nur berührt, erzwingt einen Schwingungsknoten in der Mitte und lässt den zweiten Teilton erklingen. Über dem siebten Bund kommt der dritte Teilton, über dem fünften der vierte. Die Bundpositionen sind direkt ablesbare Teilungsverhältnisse der Saite: 1/2, 1/3, 1/4.

Selbst ausprobieren: Probiere das Klavier-Experiment und das Flageolett aus. Mehr zur Reihe der Teiltöne steht auf der Seite Obertonreihe.

Häufige Fehler

  • Oberton und Teilton gleichsetzen: Der erste Teilton ist der Grundton, der erste Oberton der zweite Teilton.
  • Teiltöne für einzelne Instrumente halten: Sie stecken in jedem Ton eines schwingenden Körpers, nur ihre Stärken unterscheiden sich.
  • Das Flageolett fest greifen: Man berührt die Saite nur leicht.