Cent
Maßeinheit für Intervalle: ein gleichstufiger Halbton hat 100 Cent, die Oktave 1200.
Was es bedeutet
Das Cent ist eine logarithmische Maßeinheit zur Angabe der Größe musikalischer Intervalle. In der zwölfstufig gleichstufigen Stimmung entspricht ein Halbton genau 100 Cent, eine Oktave folglich 1200 Cent. Die Einheit teilt die Oktave also in 1200 gleich große Schritte, unabhängig davon, ob ein Intervall auf einfachen Frequenzverhältnissen wie bei der reinen Stimmung beruht oder nicht.
Entwickelt wurde das Cent-System im 19. Jahrhundert vom britischen Phonetiker Alexander J. Ellis, um Tonsysteme unterschiedlicher Kulturen und Stimmungen vergleichbar zu machen, ohne auf komplizierte Frequenzverhältnisse zurückgreifen zu müssen.
Musikalische Verwendung
Cents werden vor allem eingesetzt, um kleine Abweichungen von der gleichstufigen Stimmung zu beschreiben, etwa wie stark ein historisches Tonsystem, eine außereuropäische Stimmung oder eine Instrumentenintonation von der heute üblichen Norm abweicht. Auch beim Stimmen von Instrumenten und in Stimmgeräten dient die Cent-Angabe dazu, die Feinabweichung eines Tons von seiner Sollfrequenz sichtbar zu machen.
Abzugrenzen ist das Cent vom Frequenzverhältnis: Während ein Frequenzverhältnis wie 3:2 (reine Quinte) multiplikativ wirkt, addieren sich Cent-Werte, weil die Einheit logarithmisch definiert ist. Dadurch lassen sich Intervalle einfach addieren oder subtrahieren, was den Vergleich verschiedener Stimmsysteme erleichtert.
Spielpraxis
Nutze ein Stimmgerät mit Cent-Anzeige, um zu erkennen, wie weit ein gespielter Ton von der gleichstufigen Norm abweicht, und nicht nur, ob er zu hoch oder zu tief ist. Gerade bei Instrumenten mit freier Intonation, etwa Streich- oder Blasinstrumenten, hilft dir das Wissen um typische Cent-Abweichungen, bewusst rein oder bewusst charakteristisch zu intonieren, statt nur der Anzeige blind zu folgen.