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Theorie

Cent

Der Cent ist das Maß für kleine Tonhöhenunterschiede: Ein gleichstufiger Halbton hat 100 Cent, die Oktave 1200 Cent. Damit lässt sich angeben, wie weit ein Ton oder ein Intervall von einem Sollwert abweicht.

Halbton
100 Cent
Oktave
1200 Cent
Sauber gestimmt
unter ±5 Cent
Hörgrenze
etwa 3 bis 6 Cent, je nach Bedingungen

Ein Maß für Feinheiten

Der Cent teilt den gleichstufigen Halbton in hundert gleiche Teile. 100 Cent entsprechen einem Halbton, 1200 Cent einer Oktave. Ein Ton gilt allgemein als sauber gestimmt, wenn die Abweichung kleiner als ±5 Cent ist. Die Hörgrenze liegt bei etwa 3 bis 6 Cent, je nach Tonhöhe, Lautstärke und Klangfarbe; bei gleichzeitig erklingenden Tönen verraten Schwebungen noch kleinere Unterschiede. Ein Stimmgerät ermittelt die Grundfrequenz und zeigt, wie viele Cent der Ton von der nächsten Soll-Tonhöhe entfernt liegt.

Abweichungen in der Stimmung

Die gleichstufige Stimmung ist ein Kompromiss. Zwölf reine Quinten verfehlen sieben Oktaven um das pythagoreische Komma von 23,46 Cent. Gleichstufig wird dieser Fehler gleichmäßig verteilt, mit folgenden Abweichungen von rein:

IntervallGleichstufigAbweichung zur reinen Stimmung
Quinte700 Cent2 Cent zu tief
große Terz400 Cent14 Cent zu hoch
kleine Terz300 Cent16 Cent zu tief
Oktave1200 Centkeine

Die Quinte liegt 2 Cent zu tief, was niemand hört. Die große Terz liegt 14 Cent zu hoch, was man hört, sobald man einmal darauf geachtet hat. Ensembles mit variabler Tonhöhe spielen sie deshalb tiefer. Die Einzelwerte stehen im Artikel Gleichstufig, mitteltönig, rein. Ein weiteres Beispiel: Der siebte Naturton liegt etwa 31 Cent tiefer als die temperierte kleine Septime. Daraus entsteht die „Blue Seventh“ des Blues.

Cent und Schwebung

Dreht man bei zwei gestimmten Saiten eine minimal höher, zum Beispiel um etwa fünf Cent, beginnt der Klang zu pulsieren. Das ist die Schwebung. Sie lässt sich zählen: Zwei Töne, die 2 Hz auseinanderliegen, pulsieren zweimal pro Sekunde. Klavierstimmer arbeiten genau damit.

Zum Üben: Im Modul Stimmen & Cent trainierst du, kleine Tonhöhenunterschiede zu hören. Stimme die D-Saite einer Gitarre exakt auf den Ton, den die A-Saite im fünften Bund erzeugt (Einklang), und höre den ruhigen, stehenden Klang. Drehe dann eine Saite ein wenig und achte auf das Pulsieren.

Häufige Fehler

  • Dem Stimmgerät als Maßstab der Reinheit vertrauen: Es misst gegen das gleichstufige Raster. Wer im Ensemble die Terz 12 Cent unter der Anzeige spielt, stimmt nicht falsch, sondern rein.
  • Cent und Hertz verwechseln: Cent beschreibt ein Verhältnis (Intervall), Hertz die Frequenz.
  • Ein Klavier auf null Cent über alle Oktaven stimmen: Klaviersaiten sind steif, ein Klavier wird gespreizt gestimmt. Ein Klavier mit durchgängig null Cent klingt falsch.