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Theorie

Kammerton

Der Kammerton ist der Ton, auf den sich Instrumente einstimmen: das eingestrichene a′ mit 440 Hertz. Von diesem einen Ton aus werden in der gleichstufigen Stimmung alle anderen Töne berechnet. Die Zahl ist eine Konvention, keine Naturkonstante.

Ton
a′ (A4)
Frequenz
440 Hz
Norm
1939 vereinbart, 1955 von der ISO festgelegt (ISO 16)
Orchester heute
oft 442 oder 443 Hz
Barock
etwa 415 Hz, rund ein Halbton tiefer

Ein Ton als Anker

Auf der Seite Tonleitern steht, wie aus dem einen Ton alle anderen entstehen: Der internationale Stimmton-Standard ist A4 gleich 440 Hz, 1939 international vereinbart und 1955 von der ISO kodifiziert (ISO 16). Von diesem Anker aus wird jeder weitere Ton mit der gleichstufigen Zwölftonstimmung berechnet. Jeder Halbton ist die zwölfte Wurzel aus zwei, etwa 1,0594631, mal die Frequenz des vorhergehenden. Deshalb klingt das C4 bei 261,63 Hz und das E4 bei 329,63 Hz.

Das A in drei Oktaven

a a a ×2 ×2

Das mittlere a, markiert, ist der Kammerton mit 440 Hz. Eine Oktave tiefer sind es 220 Hz, eine Oktave höher 880 Hz. Jede Oktave verdoppelt die Frequenz.

Die Seite Werkzeuge ergänzt die Vorgeschichte: Nach Jahrhunderten regionaler Uneinigkeit lag das Orchester-A irgendwo zwischen etwa 415 Hz im Barock und örtlich bis etwa 450 Hz im 19. Jahrhundert. Heute stimmen manche Ensembles noch auf 442 oder 443 Hz für einen helleren Klang.

Stimmton a′Verwendung
etwa 415 HzBarock, historische Aufführungspraxis, fast genau ein Halbton unter 440
440 Hzinternationaler Standard
442 oder 443 Hzviele Orchester, für einen helleren Klang
bis etwa 450 Hz19. Jahrhundert, örtlich, historisch

Warum die Zahl veränderbar bleibt

Die Seite Stimmen betont: Die Zahl ist eine Konvention. Entscheidend für das Zusammenspiel ist nicht der absolute Wert, sondern dass alle denselben verwenden. Wer mit einem Orchester spielt, das auf 442 Hz stimmt, oder in historischer Aufführungspraxis auf 415 Hz, muss deshalb sein Stimmgerät umstellen. Auf der Seite Werkzeuge steht, dass 415 Hz fast genau einen Halbton unter 440 Hz liegt.

Das Stimmgerät auf Maikstrings und in der App Musik-Tools-Duo arbeitet mit A4 gleich 440 Hz als Voreinstellung, der Kammerton lässt sich frei umstellen.

Selbst ausprobieren: Mit dem Stimmgerät stimmst du auf 440, 442 oder historische Stimmtöne. Ein einziger gezupfter Leersaitenton genügt, die Nadel zeigt die Abweichung in Cent.

Der Kammerton auf der Gitarre

Auf der Gitarre gibt es mehrere Wege zum Kammerton. Auf der Seite Intervalle steht: Wenn du die hohe E-Saite im 5. Bund greifst, klingt A mit 440 Hz, der Standard-Stimmton. Auf der Seite Töne am Griffbrett findest du den Ton A auf der A-Saite im zwölften Bund, auf der D-Saite im siebten, auf der G-Saite im zweiten und auf der H-Saite im zehnten. Nur der letzte klingt mit 440 Hz, die anderen drei eine Oktave tiefer mit 220 Hz.

Schwebungen als Hörhilfe

Wie man einen Ton nach Gehör anpasst, beschreibt die Seite Stimmen: Die Schwebungsfrequenz entspricht der Differenz der beiden Frequenzen. Klingen 440 und 442 Hertz zusammen, pulsiert der Klang zweimal pro Sekunde. Klavierstimmer arbeiten genau damit: Sie zählen Schwebungen pro Sekunde.

Häufige Fehler

  • Den Kammerton für naturgegeben halten: 440 Hz ist eine Absprache. Barockensembles stimmen tiefer, viele Orchester höher.
  • Das Stimmgerät nicht zum Ensemble passend einstellen: Spielt das Orchester auf 442 Hz, muss der Bezugswert angepasst werden, sonst klingt man trotz grüner Anzeige verstimmt.
  • a′ und a verwechseln: Das a′ mit 440 Hz ist das eingestrichene A. Eine Oktave tiefer liegt das kleine a mit 220 Hz.