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Theorie

Reine Stimmung

Stimmung nach reinen Intervallen, etwa Quinte 3:2 und große Terz 5:4.

Was es bedeutet

Die reine Stimmung ist ein Stimmungssystem, in dem die Intervalle nach einfachen Zahlenverhältnissen gestimmt werden, die der Obertonreihe entsprechen: die Oktave im Verhältnis 2:1, die Quinte 3:2, die Quarte 4:3, die große Terz 5:4 und die kleine Terz 6:5. Reine Intervalle klingen völlig ruhig und ohne Schwebungen; die Töne verschmelzen.

Musikalische Verwendung

In der reinen Stimmung lässt sich nicht jedes Intervall in jeder Tonart rein halten: Reine Quinten und reine Terzen passen nicht zusammen, weil zwölf reine Quinten nicht auf sieben Oktaven treffen. Daher lassen sich mit einer festen reinen Stimmung nur wenige Tonarten gut spielen, und Modulationen sind begrenzt. Chöre, Streichquartette und Sänger im Barbershop passen die Töne im Zusammenklang unbewusst der reinen Stimmung an. Tasteninstrumente verwenden Temperierungen.

Abzugrenzen ist die reine Stimmung von der gleichstufigen Stimmung, in der alle Halbtöne gleich groß sind und alle Intervalle außer der Oktave leicht abweichen, und von der pythagoreischen Stimmung, die nur reine Quinten verwendet.

Spielpraxis

Wenn du in einem Ensemble ohne Tasteninstrument spielst oder singst, hör auf die Schwebungen zwischen den Tönen und ziehe die Intervalle so, dass sie verschwinden. Besonders die große Terz sollte etwas tiefer stehen als in der Klavierstimmung.