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Theorie

Intonation

Intonation bezeichnet, wie sauber die Töne beim Singen und Spielen getroffen werden. Das Wort meint dabei zweierlei: die Treffsicherheit von Sängern und Spielern und, bei Instrumenten wie der Gitarre, die Einstellung am Steg, die dafür sorgt, dass jeder Bund stimmt.

Bedeutung
Reinheit der gespielten oder gesungenen Tonhöhe
Beim Singen
Töne treffen, Leitton und Terzen anpassen
Bei der Gitarre
Einstellung am Steg, damit alle Bünde stimmen
Messen
Stimmgerät zeigt Abweichung in Cent
Verwandt
Stimmung, Schwebung

Sauber spielen und singen

Zuerst geht es um die Treffsicherheit von Sängern und Spielern. Der Artikel Der Leitton nennt ein Beispiel aus dem Chor: Im Chorunterricht ist der Leitton ein praktisches Intonationsthema. Sänger neigen dazu, ihn zu tief zu nehmen, weil ein Halbton eng ist und die Stimme den Weg abkürzt. Die übliche Anweisung lautet, ihn bewusst hoch zu singen, fast schon drüber. In pythagoreischer Stimmung (243:128, rund 1110 Cent) liegt er tatsächlich etwas höher als auf dem Klavier (1100 Cent), in reiner Stimmung (15:8, rund 1088 Cent) dagegen etwas tiefer.

SituationWas passiertQuelle
Chor, LeittonSänger nehmen ihn gern zu tief, besser bewusst hoch singenDer Leitton
Chor mit KlavierChor zieht zur reinen Stimmung, Klavier bleibt gleichstufig, an den Terzen reiben sich beideStimmung
Gitarreoffene Akkorde klingen trotz Nullcent-Leersaiten schief: StegintonationStimmung, Werkzeuge
Stimmgerätmisst eine Frequenz gegen das gleichstufige Raster, nicht die Stimmigkeit im ZusammenspielWerkzeuge

Chor gegen Klavier

Der Artikel Warum dein Klavier leicht verstimmt ist beschreibt, warum die Kombination heikel ist: Der Chor zieht in Richtung reiner Stimmung, das Klavier bleibt gleichstufig, und an den Terzen reiben sich beide. Erfahrene Chorleiter spielen deshalb in Proben Akkorde lieber ohne Terz vor oder verzichten ganz auf das Instrument, sobald die Intonation steht. Streichquartette, Posaunenchöre und Vokalensembles singen und spielen Terzen tiefer, als das Klavier sie hätte, automatisch und ohne Absprache, weil das Ohr auf Schwebungsfreiheit hin korrigiert.

Gitarre: Intonation am Steg

Für die Gitarre kommt laut Artikel eine eigene Schwierigkeit hinzu: Die Bünde sitzen gleichstufig, aber der Druck des Fingers erhöht die Saitenspannung unterschiedlich stark je nach Saitendicke und Lage. Deshalb klingt ein offener E-Dur-Akkord auf vielen Gitarren leicht schief, obwohl alle Leersaiten null Cent zeigen. Hier hilft vor allem die Einstellung der Intonation am Steg; auch Saitenstärke und Saitenalter spielen eine Rolle.

Die Seite Werkzeuge trennt das sauber von der Stimmung: Wenn alle Saiten bei null Cent stehen, spielt man einen sauberen offenen Akkord und hört hin. Schwebt oder klingt etwas unruhig, könnten Stegintonation oder Saitenalter die Ursache sein, nicht das Stimmgerät. Ein chromatisches Stimmgerät misst eine einzelne Frequenz und vergleicht sie mit dem gleichstufigen Raster, es kann nicht beurteilen, ob das Instrument in sich stimmt.

Selbst ausprobieren: Stimme die Leersaiten mit dem Stimmgerät auf null Cent und spiele danach einen Akkord im fünften Bund. Klingt er schief, liegt es nach der Seite Werkzeuge an der Intonation, nicht an der Stimmung.

Häufige Fehler

  • Das Stimmgerät für den Maßstab der Reinheit halten: Es misst gegen das gleichstufige Raster. Wenn ein Bläser im Ensemble seine Terz rund 14 Cent unter der Anzeige spielt, stimmt er nicht falsch, er stimmt rein.
  • Den Leitton zu tief nehmen: Bewusst hoch singen.
  • Stimmung und Intonation gleichsetzen: Eine Gitarre kann gestimmt und trotzdem unrein sein.