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Theorie

Intonation

Sauberkeit der Tonhöhe; auch Eröffnung des Choralvortrags.

Was es bedeutet

Intonation bezeichnet die Genauigkeit der Tonhöhe beim Singen und Spielen. Daneben trägt das Wort eine zweite, ältere Bedeutung: im liturgischen Gesang die Eröffnungsformel, mit der ein Vorsänger einen Gesang anstimmt, bevor der Chor einsetzt. Eine dritte Verwendung kennt der Instrumentenbau, wo Intonieren die klangliche Feinabstimmung eines Instruments meint — bei der Orgel die Einstellung der Pfeifen, beim Klavier die Bearbeitung der Hämmer.

Musikalische Verwendung

Für die Praxis entscheidend ist, dass saubere Intonation nicht heißt, jeden Ton auf einem festen Wert zu treffen. Auf Instrumenten mit beweglicher Tonhöhe — Streichern, Bläsern, Singstimmen — richtet sich die Höhe eines Tones nach seinem harmonischen Zusammenhang. Der Leitton wird eng an sein Ziel genommen, die Terz eines Durakkords etwas tiefer als auf dem Klavier, damit der Zusammenklang ruhig wird. Ein gis als Leitton und ein as als erniedrigte Stufe sind deshalb nicht derselbe Ton, obwohl sie auf temperierten Instrumenten zusammenfallen.

Der Grund liegt in der Akustik: Reine Intervalle beruhen auf einfachen Zahlenverhältnissen, die sich nicht widerspruchsfrei zu einem geschlossenen System fügen — die Differenz heißt Komma. Die gleichstufige Stimmung verteilt sie gleichmäßig; wer frei intonieren kann, entscheidet dagegen in jedem Klang neu.

Hinzu kommen äußere Einflüsse: Temperatur und Luftfeuchtigkeit verändern die Stimmung von Blas- und Saiteninstrumenten spürbar.

Im gregorianischen Choral bezeichnet Intonation den Anfang eines Gesangs, den ein Vorsänger allein vorträgt, bevor der Chor einsetzt. In der Orgelmusik ist eine Intonation ein kurzes Vorspiel, das den Ton angibt. Im Orgel- und Instrumentenbau meint der Begriff die klangliche Einstellung der einzelnen Pfeifen. ## Spielpraxis

Stimme nach dem Klang, nicht nach der Anzeige: Wenn ein Zusammenklang rein ist, hören die Schwebungen auf, und dieses Ruhigwerden ist das verlässlichste Kriterium. Übe mit Bordunton oder gehaltener Quinte statt mit Stimmgerät. Kontrolliere deine Intonation immer gegen einen tieferen Bezugston, nicht isoliert. Und prüfe im Ensemble zuerst die Quinten und Oktaven, dann die Terzen — sie sind am empfindlichsten.