Naturtonleiter
Die Naturtonleiter besteht aus den Naturtönen, also den Teiltönen der Obertonreihe über einem Grundton. Auf Instrumenten ohne Ventile und Klappen, etwa Naturtrompete, Waldhorn ohne Ventile oder Alphorn, sind das die einzigen spielbaren Töne.
- Grundlage
- Obertonreihe, Frequenzen 1 : 2 : 3 : 4 : …
- Beispiel
- Naturtöne über C
- Besonderheit
- 7., 11., 13. Teilton weichen am stärksten von der gleichstufigen Stimmung ab (über 30 Cent)
- Spielbar auf
- Naturtrompete, Alphorn, Naturhorn
Die Obertonreihe als Tonleiter
Jeder Klang besteht aus einem Grundton und seinen Obertönen, deren Frequenzen ganzzahlige Vielfache der Grundfrequenz sind: einfach, doppelt, dreifach und so weiter. Spielt man genau diese Töne nacheinander, erhält man die Naturtonleiter. Auf der Naturtrompete und dem Alphorn bestimmt der Spieler den Ton nur durch die Lippenspannung, es gibt keine Ventile und Grifflöcher. Deshalb sind dort die Naturtöne die einzig verfügbaren Töne.
Teiltöne 1 bis 5 über dem Grundton C
Grundton, Oktave, Duodezime, Doppeloktave und große Terz. Die ersten Naturtöne bilden den Dur-Dreiklang.
Teiltöne 6 bis 16: die Tonleiter wird dichter
Je höher die Teiltöne, desto enger liegen sie. Die markierten Töne (7., 11., 13. und 14. Teilton) sind auf einem Klavier nur angenähert: Sie liegen zwischen den Tasten. Das Hörbeispiel spielt wie jedes Klavier die nächstliegende gleichstufige Tonhöhe.
Im Glossar: Obertonreihe · Naturtöne · Naturtrompete
Eine Leiter, die sich verdichtet
Die Abstände der Naturtöne werden nach oben immer kleiner. Zwischen dem 1. und 2. Teilton liegt eine Oktave, zwischen dem 2. und 3. eine Quinte, dann eine Quarte, große Terz, kleine Terz, und so weiter. Erst ab dem achten Teilton ergeben sich Schritte, die man als Tonleiter hört. Deshalb haben Fanfaren für Naturtrompeten ihren Charakter: Sie bestehen im Wesentlichen aus Dreiklangstönen.
| Teilton | Ton über C | Abstand zum Grundton | Abweichung von der Klaviertaste |
|---|---|---|---|
| 1 | C | Grundton | – |
| 2 | c | Oktave | 0 |
| 3 | g | Oktave + reine Quinte | +2 Cent |
| 4 | c′ | Doppeloktave | 0 |
| 5 | e′ | Doppeloktave + große Terz | −14 Cent |
| 7 | b′ | Doppeloktave + kleine Septime | −31 Cent |
| 11 | f″/fis″ | drei Oktaven + übermäßige Quarte (Alphorn-Fa) | +51 Cent über f |
| 13 | as″ | drei Oktaven + kleine Sexte | +41 Cent über as |
Töne zwischen den Tasten
Die Abweichungen in der Tabelle zeigen, dass die Naturtöne nicht zur gleichstufigen Stimmung des Klaviers passen. Die Quinte (3. Teilton) liegt fast genau auf der Taste. Die große Terz (5. Teilton) ist 14 Cent zu tief. Der 7. Teilton liegt 31 Cent unter dem b. Der 11. Teilton, das sogenannte „Alphorn-Fa“, steht zwischen f und fis und passt zu keiner von beiden Tasten. Genau hier setzen die Probleme der Stimmungslehre an: Reine Intervalle und Tasteninstrumente vertragen sich nicht ganz. Mehr dazu steht im Artikel Warum dein Klavier leicht verstimmt ist.
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Verwandte Begriffe
ObertonreiheNaturtöneNaturtrompeteDuodezimeTonleiterOktaveReine IntervalleTritonus
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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