Zum Inhalt springen
Intervall

Duodezime

Die Duodezime ist ein Intervall über zwölf Tonstufen: eine Oktave plus eine reine Quinte. Ihr Frequenzverhältnis ist 3:1. Sie ist deshalb der dritte Ton der Obertonreihe über dem Grundton und ein wichtiges zusammengesetztes Intervall.

Stufen
12
Halbtöne
19
Aufbau
Oktave + reine Quinte
Frequenzverhältnis
3:1
Beispiel
c′–g″ (c4 bis g5)

Zwölf Stufen

Zählt man von c aus zwölf Tonstufen aufwärts, kommt man beim g″ an: c′ d′ e′ f′ g′ a′ h′ c″ d″ e″ f″ g″. Das sind eine Oktave und eine Quinte. Die Duodezime ist also ein zusammengesetztes Intervall, also eines, das aus einer Oktave und einem einfachen Intervall besteht.

Duodezime auf c: Oktave plus Quinte

c c g

Erst die Quinte c–g, dann dieselbe Quinte um eine Oktave erweitert: die Duodezime c′–g″. Danach der Weg dorthin als Töne: c′, die Oktave c″ und das g″. Die Duodezime verhält sich im Klang ähnlich wie die Quinte, nur weiter und durchsichtiger.

Die ersten Obertöne über C: Oktave, Duodezime, Doppeloktave

Über dem Grundton c liegen die Obertöne c (2. Teilton, Oktave), g (3. Teilton, Duodezime) und c (4. Teilton, Doppeloktave). Die Duodezime ist also der erste Ton, der nicht mehr zur Familie c gehört.

Im Glossar: Oktave · None · Naturtonleiter

Das Intervall im Überblick

Wie die anderen Intervalle über der Oktave lässt sie sich auf ihr einfaches Intervall zurückführen. Die None geht auf die Sekunde zurück, die Dezime auf die Terz, die Duodezime auf die Quinte.

NameZusammensetzungVon c4 ausHalbtöne
NoneOktave + Sekunded513/14
DezimeOktave + Terze515/16
UndezimeOktave + Quartef517
DuodezimeOktave + Quinteg519
TredezimeOktave + Sextea520/21

Die Halbtonzahl der Duodezime ist 19. Bei None, Dezime und Tredezime hängt sie davon ab, ob das einfache Intervall groß oder klein ist.

Warum sie klanglich wichtig ist

Das Verhältnis 3:1 macht die Duodezime zum dritten Teilton der Obertonreihe. Auf der Gitarre entspricht ihr der Flageolettton über dem 7. Bund, der um eine Duodezime höher klingt als die leere Saite. Bei Blasinstrumenten hat sie eine besondere Rolle: Die Klarinette springt beim Überblasen nicht in die Oktave, sondern in die Duodezime. Das liegt an ihrem Bau als zylindrische, einseitig gedeckte Röhre, die nur ungeradzahlige Teiltöne betont.

Auch bei der Orgel findet sich das Intervall: Das Quintregister (2⅔′) lässt die Pfeifenreihe eine Duodezime über dem Grundregister erklingen und verstärkt dadurch die Obertonreihe.

Satzlehre

In der Satzlehre und im Generalbass werden zusammengesetzte Intervalle auf ihre einfache Form zurückgeführt. Für die Stimmführungsregeln zählt die Dezime als Terz, die Duodezime als Quinte. Daraus folgt: Parallele Dezimen sind erlaubt, parallele Duodezimen sind verboten, genauso wie parallele Quinten.

Zum Üben: Spiele am Klavier ein c und dazu das g, das eine Oktave über dem g der einfachen Quinte liegt (das übernächste g über dem c). Dann dasselbe als Quinte in enger Lage. Höre, wie die Duodezime offener und durchsichtiger wirkt. Wenn du Gitarre spielst: Lege einen Finger leicht über den 7. Bund und schlage die Saite an, und du hörst die Duodezime als Flageolett.