Duodezime
Intervall über zwölf Tonstufen: Oktave plus Quinte.
Was es bedeutet
Die Duodezime ist ein Intervall, das zwölf diatonische Tonstufen umfasst und sich als Summe aus einer Oktave und einer reinen Quinte beschreiben lässt. Zwischen dem tiefsten und dem höchsten Ton der Duodezime liegen also eine volle Oktave plus fünf weitere Stufen.
Musikalische Verwendung
Als zusammengesetztes Intervall spielt die Duodezime eine wichtige Rolle bei der Bezeichnung von Orgelregistern, etwa dem Register „Duodezime“, das eine Pfeifenreihe eine Duodezime über dem Grundregister erklingen lässt und dadurch die Obertonreihe verstärkt. Auch in der Naturtonreihe von Blechblasinstrumenten erscheint die Duodezime als eines der frühen, gut erreichbaren Intervalle zwischen bestimmten Naturtönen.
Abzugrenzen ist die Duodezime von der einfachen Quinte, aus der sie durch Oktaverweiterung entsteht, sowie von der None, die mit neun Stufen ein anderes zusammengesetztes Intervall aus Oktave und Sekunde darstellt. In der Harmonielehre wird die Duodezime gelegentlich anstelle der Quinte genannt, wenn eine über die Oktavgrenze hinausreichende Stimmführung beschrieben werden soll.
Spielpraxis
Bestimme eine Duodezime am einfachsten, indem du zunächst die enthaltene Quinte erkennst und dann gedanklich eine Oktave hinzufügst, statt alle zwölf Stufen einzeln durchzuzählen. Bei der Arbeit mit Orgelregistern höre gezielt darauf, wie das Duodezimregister den Grundton um die entsprechende Quinte in der höheren Oktave ergänzt und den Gesamtklang obertonreicher macht.