Huitième
Französisch für Oktave.
Was es bedeutet
Huitième heißt „achte" und bezeichnet im französischen Sprachgebrauch das Intervall der Oktave — das achte Intervall, wenn man vom Ausgangston an zählt. Gebräuchlicher ist im Französischen allerdings octave; die Zählform begegnet vor allem in älterer Theorieliteratur und in der Reihe der Intervallbezeichnungen.
Musikalische Verwendung
Die Oktave ist das grundlegendste Intervall überhaupt. Ihr Frequenzverhältnis ist 2:1, das einfachste nach dem Einklang, und ihre beiden Töne verschmelzen so stark, dass sie als derselbe Ton in anderer Lage empfunden werden — deshalb tragen sie denselben Namen. Auf dieser Gleichsetzung beruht der gesamte Aufbau des Tonsystems: Alle Töne wiederholen sich in Oktavabständen, und Tonleitern und Akkorde werden innerhalb dieses Rahmens beschrieben.
Für die Satzlehre folgt daraus, dass Oktavparallelen ebenso verboten sind wie Quintparallelen: Zwei Stimmen, die parallel in Oktaven laufen, hören auf, zwei Stimmen zu sein. In der Instrumentation dagegen ist die Oktavverdopplung ein geläufiges Mittel, um eine Linie tragfähiger zu machen und ihr Farbe zu geben.
Wer französischsprachige Ausgaben benutzt, trifft die Intervallnamen in dieser Zählform an — seconde, tierce, quarte, quinte, sixte, septième, octave beziehungsweise huitième. Dabei weicht die Tonbenennung ab: si entspricht dem deutschen H.
Im Französischen ist huitième die Ordnungszahl achter; als Intervallname bezeichnet das Wort die Oktave. Die übliche französische Bezeichnung dafür ist octave; die Achtelnote heißt croche. In der Notenwertreihe der Pausen taucht huitième dagegen in huitième de soupir auf, der Zweiunddreißigstelpause. Wo huitième in Quellen auftaucht, ist die Bedeutung daher aus dem Zusammenhang zu prüfen. Im Deutschen ist der Begriff ungebräuchlich.
Spielpraxis
Intoniere Oktaven besonders sorgfältig — Abweichungen sind hier deutlicher hörbar als bei jedem anderen Intervall, weil die Verschmelzung gestört wird. Gleiche bei Oktavverdopplungen im Ensemble Artikulation und Vibrato an, damit eine Farbe entsteht und nicht zwei Linien. Und prüfe beim Stimmen zuerst die Oktaven, dann die Quinten, dann die Terzen.