Prim
Die Prim, auch Prime oder Einklang, ist der Zusammenklang zweier gleich hoher Töne. Sie ist null Halbtöne groß und hat das Frequenzverhältnis 1:1. Alle anderen Intervalle werden als Abstand zur Prim gemessen.
- Größe
- 0 Halbtöne, eine Stufe
- Verhältnis
- 1:1
- Klang
- vollkommenste Konsonanz, keine Reibung
- Andere Namen
- Prime, Einklang, Unisono
- Nächstes Intervall
- kleine Sekunde (1 Halbton)
Zwei gleiche Töne
Die Seite Intervalle beschreibt die Prime als Zusammenklang zweier identischer Töne. Sie gilt als die vollkommenste aller Konsonanzen: Es gibt keine Schwebungen, keine Reibung und keine Spannung. Beide Töne schwingen mit derselben Frequenz im Verhältnis 1:1 und verschmelzen zu einem einzigen, ungeteilten Klang.
Prim: zwei gleiche Töne
Beide Noten stehen auf derselben Linie oder im selben Zwischenraum. Der Abstand ist null Halbtöne.
In der Musiktheorie ist die Prim der Ausgangspunkt jeder Intervallbildung. Gezählt wird in Stufen, von der Prim über Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte und Septime bis zur Oktave. Die Prim erzeugt zwar keine harmonische Bewegung, sie liefert aber den Ruhepunkt, von dem aus jede melodische oder harmonische Reise beginnt und zu dem sie idealerweise zurückkehrt.
| Intervall | Stufen | Halbtöne | Verhältnis (rein) |
|---|---|---|---|
| Prim | 1 | 0 | 1:1 |
| Kleine Sekunde | 2 | 1 | 16:15 |
| Große Sekunde | 2 | 2 | 9:8 |
| Reine Quarte | 4 | 5 | 4:3 |
| Reine Quinte | 5 | 7 | 3:2 |
| Oktave | 8 | 12 | 2:1 |
Unisono: wenn alle denselben Ton spielen
Die Seite Intervalle beschreibt, wo die Prim in der Praxis vorkommt: wenn mehrere Stimmen oder Instrumente denselben Ton spielen, um eine Melodielinie zu verstärken (Unisono) oder eine Klangfarbe durch Verdopplung zu mischen, zum Beispiel Geige und Flöte auf demselben Ton. Die Seite Klang-Spektrum nennt ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich Verdopplungen wirken: Zwei Flöten im Unisono klingen wie ein Instrument, zwei Oboen bleiben zwei Oboen.
Auch beim Singen kommt die Prim vor. Die Seite Deutsche Lieder beschreibt einen Choral, der unisono gesungen wird: Wenn eine Gruppe „Nun danket alle Gott“ unisono singt und dazu den Satz auf dem Klavier hört, verdoppelt sie den Sopran. Das klingt laut Seite gut und ist völlig in Ordnung.
Der Artikel Kapodaster richtig einsetzen zeigt den Gegenfall: Zwei Gitarren in G, die eine ohne Kapo und die andere mit Kapo im siebten Bund in C-Form, klingen beide in G, aber in verschiedenen Lagen. Das ergibt eine zweistimmige Begleitung mit echtem Klangunterschied statt doppeltem Unisono.
Die Prim auf der Gitarre
Auf der Gitarre ist die Prim eine Leersaite. Es wird nicht gegriffen, die Saite schwingt in voller Länge. Das Saitenlängenverhältnis ist 1/1. Bei der hohen E-Saite bleibt der Klang bei 329,63 Hz, laut Seite Intervalle die niedrigste Frequenz, die diese Saite produzieren kann. Jeder weitere Ton entsteht durch Verkürzung der schwingenden Länge. Die Prim erklingt auch, wenn man zwei Saiten auf denselben Ton stimmt, zum Beispiel beim Stimmen nach Gehör: Stimmen sie nicht überein, hört man Schwebungen.
Häufige Fehler
- Die Prim für ein Nichts halten: Sie ist laut Intervalle-Seite kein Intervall im eigentlichen Sinne, sondern der Zusammenklang zweier identischer Töne, wird aber als erste Stufe gezählt.
- Prim und Oktave verwechseln: Die Oktave klingt wie derselbe Ton in anderer Höhe, die Prim ist wirklich derselbe Ton.
- Unisono mit Gleichklang in der Stimmung verwechseln: Zwei „gleiche“ Töne können leicht verstimmt sein. Dann schweben sie, und die Prim klingt nicht rein.
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Verwandte Begriffe
IntervallOktaveReine QuinteReine QuarteKleine SekundeKonsonanzDissonanzSchwebung
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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