Reine Quarte
Die reine Quarte ist ein Intervall von fünf Halbtönen im Frequenzverhältnis 4:3. Sie klingt offen und schwebend, weniger ruhend als die Quinte. Sie ist die Umkehrung der Quinte und eine der ältesten Konsonanzen der Musik.
- Halbtöne
- 5
- Verhältnis
- 4:3
- Gitarre
- 5 Bünde Abstand
- Umkehrung
- Quinte
Offen und schwebend
Mit dem Verhältnis 4:3 klingt die reine Quarte offen, schwebend und kraftvoll. Im mittelalterlichen Organum bildete sie zusammen mit der Quinte und der Oktave die Grundlage der ersten Mehrstimmigkeit. Im klassischen Kontrapunkt gilt die Quarte zwischen Bass und Oberstimme als Dissonanz, die aufgelöst werden muss, obwohl sie zwischen anderen Stimmen vollkommen konsonant klingt.
Reine Quarte g–c
Fünf Halbtöne. c–g und g–c ergeben zusammen eine Oktave.
Das Verhältnis 4:3 beschreibt nicht den Naturton an Position 4 zum Grundton (der wäre 4:1, also zwei Oktaven), sondern den Abstand vom dritten zum vierten Naturton: von der Oktave plus Quinte zur doppelten Oktave. Dazwischen liegt genau eine Quarte.
Reine Quarte und Sus4
In der modernen Musik hat die Quarte eine neue Blüte erlebt: Sus4-Akkorde wie Csus4 (c–f–g) verwenden die Quarte anstelle der Terz und schaffen einen offenen, schwebenden Klang, der sich später in eine Dur- oder Mollterz auflösen kann. Sus4-Akkorde haben deshalb kein Dur- oder Mollgeschlecht.
Gitarre
Die Standardstimmung E–A–D–G–H–e besteht größtenteils aus Quarten. Die Ausnahme ist der Abstand zwischen G- und H-Saite, der eine große Terz beträgt. Im 5. Bund stimmt jede Saite außer der G-Saite mit der nächsthöheren leeren Saite überein, das nutzt man traditionell zum Stimmen.
Häufige Fehler
- Quarte mit Quinte verwechseln: Fünf gegen sieben Halbtöne.
- Quarte als eindeutige Konsonanz hören: Zwischen Bass und Oberstimme gilt sie als Dissonanz.
- Die Gitarre nur in Quarten denken: Zwischen G- und H-Saite liegt eine große Terz.
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Verwandte Begriffe
QuarteQuinteReine QuinteIntervallTerzOktaveKonsonanzTritonus
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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