Instrumentenkunde
Wissenschaft von den Musikinstrumenten.
Was es bedeutet
Instrumentenkunde ist die Lehre von den Musikinstrumenten: von ihrem Bau, ihrer Klangerzeugung, ihrem Umfang, ihrer Geschichte und ihrer Verbreitung. Sie beschreibt, wie ein Instrument funktioniert, was es kann und was nicht — Kenntnisse, die für das Komponieren, das Bearbeiten und das Partiturlesen unentbehrlich sind.
Musikalische Verwendung
Die gebräuchliche wissenschaftliche Einteilung ordnet Instrumente nach der Art, wie der Klang entsteht: Idiophone klingen durch den Werkstoff selbst, Membranophone durch eine gespannte Haut, Chordophone durch Saiten, Aerophone durch Luft, Elektrophone durch elektrische Erzeugung oder Verstärkung. Diese Ordnung ist umfassender als die übliche Orchestereinteilung in Streicher, Holzbläser, Blechbläser und Schlagwerk, die sich an der Praxis des europäischen Orchesters orientiert und einige Instrumente nur historisch richtig zuordnet — die Flöte gilt als Holzblasinstrument, auch wenn sie aus Metall gebaut ist.
Für Musizierende zählen vor allem praktische Auskünfte: Tonumfang, Transposition, klangliche Eigenheiten einzelner Lagen, Grifftechnik und ihre Grenzen, Atem- und Bogenführung, Dauer von Umstimmungen und Instrumentenwechseln. Wer für ein Instrument schreibt, das er nicht selbst spielt, ist darauf angewiesen. Dazu tritt die historische Seite: Instrumente haben sich verändert, und Musik für ältere Bauformen setzt Eigenschaften voraus, die moderne Instrumente nicht mehr haben — das Naturhorn ohne Ventile ist ein bekanntes Beispiel.
Grundlage der heutigen Einteilung ist das System von Erich von Hornbostel und Curt Sachs aus dem Jahr 1914. Es ordnet die Instrumente nach der Art der Klangerzeugung in Idiophone, Membranophone, Chordophone und Aerophone; später kamen die Elektrophone hinzu. Diese Systematik ersetzt die ältere Einteilung in Streich-, Blas- und Schlaginstrumente. ## Spielpraxis
Wenn du bearbeitest oder arrangierst, prüfe zuerst Umfang und Transposition jeder Stimme und frage im Zweifel jemanden, der das Instrument spielt — die Grenzen des Machbaren stehen in keiner Tabelle vollständig. Achte beim Partiturlesen auf die Stimmungsangaben. Und mach dir bei älterer Musik klar, für welches Instrument sie geschrieben wurde; manches, was heute mühelos gelingt, war damals eine Besonderheit und wollte als solche gehört werden.