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Notation

Partitur

Übersichtliche Aufzeichnung aller Stimmen.

Was es bedeutet

Eine Partitur zeigt alle Stimmen eines Werkes untereinander, sodass gleichzeitig Erklingendes auch senkrecht untereinander steht. Das ist ihr entscheidendes Merkmal und der Grund ihres Nutzens: Der Zusammenklang wird sichtbar. Wer aus einer Partitur liest, sieht nicht nur die eigene Linie, sondern das Gefüge — die Harmonie, die Stimmführung, den Eintritt eines Themas in einer anderen Stimme.

Im Notenbild

Die Reihenfolge der Systeme folgt einer festen Ordnung: in der Orchesterpartitur von oben nach unten Holzbläser, Blechbläser, Schlagwerk, gegebenenfalls Soloinstrumente und Singstimmen, zuunterst die Streicher. Klammern fassen die Gruppen zusammen, durchgehende Taktstriche zeigen ihren Umfang. Am Anfang jeder Akkolade stehen Schlüssel und Vorzeichnung erneut, zu Beginn zusätzlich die Instrumentennamen. Transponierende Instrumente tragen ihre Stimmung im Namen; eine klingend notierte Partitur verzichtet darauf und schreibt alles in tatsächlicher Höhe. Systeme, die längere Zeit pausieren, werden in vielen Ausgaben weggelassen.

Musikalische Verwendung

Historisch ist die Partitur jünger als die Musik, die sie darstellt: Mehrstimmigkeit der Renaissance wurde in Chorbüchern oder Stimmbüchern überliefert, in denen niemand den Gesamtzusammenhang vor Augen hatte. Erst mit dem Generalbass und der wachsenden Komplexität der Besetzungen setzte sich die Partituranordnung durch. Neben der Dirigierpartitur gibt es die kleinformatige Studienpartitur zum Mitlesen und Analysieren sowie den Klavierauszug, der den Satz auf zwei Systeme zusammenzieht.

Abzugrenzen ist die Partitur von der Einzelstimme, die nur eine Linie enthält, und vom Chorbuch, das alle Stimmen zeigt, aber nicht untereinander.

Spielpraxis

Lies eine Partitur nicht von oben nach unten, sondern suche zuerst die führende Linie und verfolge sie; die übrigen Systeme ordnen sich dann von selbst. Mach dir vor dem ersten Durchgang klar, welche Instrumente transponiert notiert sind. Beim Mitlesen einer Aufnahme hilft es, sich an markanten Einsätzen zu orientieren statt an jedem Takt — verlorene Orientierung findet sich am schnellsten an einer Generalpause oder einem Themeneinsatz wieder.