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Notation

Fingersatz

Angabe, welcher Finger eine Note greift.

Was es bedeutet

Der Fingersatz gibt an, mit welchem Finger ein Ton gegriffen oder angeschlagen wird. Er ist keine Eigenschaft der Musik, sondern eine Entscheidung über ihre Ausführung — dieselbe Passage lässt sich verschieden greifen, und welche Lösung die beste ist, hängt von Hand, Instrument, Tempo und der gewünschten Klanggestalt ab. Gute Fingersätze dienen deshalb nicht nur der Bequemlichkeit: Sie entscheiden mit darüber, ob eine Linie gebunden klingt oder zerfällt.

Im Notenbild

Am Klavier und bei den meisten Tasteninstrumenten stehen Ziffern von 1 für den Daumen bis 5 für den kleinen Finger über oder unter dem Notenkopf. Bei Streichinstrumenten zählt 1 den Zeigefinger, 0 bezeichnet die leere Saite; Lagenangaben in römischen Ziffern ergänzen die Fingerziffern. Die Gitarre arbeitet mit Ziffern für die Greifhand und Buchstaben für die Anschlagshand. Bei Blasinstrumenten sind Griffangaben die Ausnahme und erscheinen nur bei besonderen Griffen. Vom Verlag stammende Fingersätze sind Vorschläge, keine Vorschriften; in Urtextausgaben werden sie, wenn sie vom Herausgeber hinzugefügt wurden, kenntlich gemacht.

Musikalische Verwendung

Ein Fingersatz löst zwei Aufgaben zugleich. Er macht die Stelle technisch machbar — durch Untersatz, Lagenwechsel, Verteilung auf beide Hände — und er sichert die musikalische Absicht: Ein Legatobogen verlangt Finger, die den Ton halten können, bis der nächste klingt, ein Abphrasieren erlaubt dagegen einen Wechsel. In mehrstimmigen Sätzen entscheidet er darüber, welche Stimme klanglich durchgehalten werden kann. Deshalb wird er üblicherweise erst festgelegt, wenn Tempo und Phrasierung feststehen.

Spielpraxis

Lege deinen Fingersatz früh fest und schreibe ihn ein, statt jedes Mal neu zu greifen — die Hand lernt Bewegungsabläufe, und wechselnde Wege verhindern genau das. Übernimm gedruckte Angaben nicht ungeprüft: Prüfe sie an der eigenen Hand und ändere, was nicht passt, aber ändere es dann verbindlich. Setze die Wechselstellen an rhythmisch günstige Punkte, nicht mitten in einen schnellen Lauf. Und arbeite vom Ziel aus rückwärts: Zuerst steht fest, wie eine schwierige Stelle enden soll, danach ergibt sich, wie du hineinkommst.