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Notation

Notenlinien

Liniensystem zur Tonhöhenfixierung.

Was es bedeutet

Die Notenlinien bilden das Raster, auf dem Tonhöhen räumlich dargestellt werden. Je höher eine Note im System steht, desto höher klingt sie — diese Entsprechung von oben und hoch ist so selbstverständlich geworden, dass leicht übersehen wird, welche Erfindung darin liegt. Fünf Linien und die vier Zwischenräume dazwischen ergeben neun Stufen; mit Hilfslinien lässt sich das Raster nach oben und unten fortsetzen.

Im Notenbild

Gezählt wird stets von unten nach oben: die unterste Linie ist die erste. Linien und Zwischenräume wechseln einander ab und bezeichnen aufeinanderfolgende Stammtöne — eine Note auf einer Linie und die nächste im darüberliegenden Zwischenraum stehen im Sekundabstand. Welcher Ton auf welcher Linie liegt, sagt erst der Schlüssel; ohne ihn bezeichnet das System nur Abstände, keine Höhen. Neben dem üblichen fünflinigen System gibt es das vierlinige der Quadratnotation für den liturgischen Gesang, ein einliniges für Perkussion ohne bestimmte Tonhöhe und mehrlinige Sonderformen etwa in Tabulaturen.

Musikalische Verwendung

Die Entwicklung zum Liniensystem war der entscheidende Schritt von der Gedächtnisstütze zur eigentlichen Notenschrift: Solange Neumen frei über dem Text standen, war nur die Bewegungsrichtung ablesbar; mit einer festen Bezugslinie wurden die Intervalle eindeutig, und eine unbekannte Melodie ließ sich erstmals allein aus der Schrift singen. Die Beschränkung auf fünf Linien ist ein Kompromiss zwischen Umfang und Lesbarkeit — mehr Linien böten mehr Raum, ließen sich aber nicht mehr auf einen Blick zählen.

Das Fünfliniensystem setzte sich im 17. Jahrhundert durch. ## Spielpraxis

Lies nicht Linie für Linie, sondern über Ankerpunkte: Merke dir wenige feste Töne im System und erfasse die übrigen als Abstand dazu. Übe dabei bewusst das Erkennen von Sekund-, Terz- und Quintabständen im Notenbild — Linie zu nächster Linie ist immer eine Terz, Linie zu übernächster eine Quinte. Bei großen Sprüngen hilft es, nicht die Töne einzeln zu benennen, sondern das Intervall zu erkennen und zu greifen.