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Notation

Notenlinien

Die Notenlinien bilden das Raster, auf dem Tonhöhen räumlich dargestellt werden. Je höher eine Note im System steht, desto höher klingt sie. Fünf Linien und die vier Zwischenräume ergeben neun Stufen. Mit Hilfslinien lässt sich das Raster nach oben und unten fortsetzen.

Linien
fünf, von unten nach oben gezählt
Zwischenräume
vier
Stufen im System
neun
Erweiterung
Hilfslinien über und unter dem System
Welcher Ton wo
bestimmt der Schlüssel

Fünf Linien, neun Plätze

Gezählt wird stets von unten nach oben: Die unterste Linie ist die erste. Linien und Zwischenräume wechseln einander ab und bezeichnen aufeinanderfolgende Stammtöne. Eine Note auf einer Linie und die nächste im darüberliegenden Zwischenraum stehen im Sekundabstand. Welcher Ton auf welcher Linie liegt, sagt erst der Schlüssel: Ohne ihn bezeichnet das System nur Abstände, keine Höhen.

Violinschlüssel: die fünf Linien

e g h d f

Von unten nach oben liegen auf den Linien e, g, h, d, f. Jede Note sitzt genau auf einer Linie. Von Linie zu Linie ist es eine Terz.

Violinschlüssel: die vier Zwischenräume

f a c e

In den Zwischenräumen liegen f, a, c, e. Die Töne F-A-C-E ergeben das Wort „FACE“ und sind eine bekannte Merkhilfe.

Hilfslinien: das Raster nach unten und oben fortgesetzt

c d a h

Das eingestrichene c sitzt auf der ersten Hilfslinie unter dem System, das d liegt im Raum darüber, direkt unter der untersten Linie. Nach oben setzt sich das Raster fort: Das a sitzt auf der ersten Hilfslinie über dem System, das h im Raum darüber.

Bassschlüssel: dieselben fünf Linien, andere Töne

g h d f a

Im Bassschlüssel liegen auf den Linien G, H, d, f, a. Dasselbe Liniensystem, aber der Schlüssel legt die Tonhöhen anders fest.

Im Glossar: Notenschlüssel · Hilfslinie · Oktave

Warum Linien?

Die Entwicklung zum Liniensystem war der entscheidende Schritt von der Gedächtnisstütze zur eigentlichen Notenschrift. Solange Neumen frei über dem Text standen, war nur die Bewegungsrichtung ablesbar. Mit einer festen Bezugslinie wurden die Intervalle eindeutig, und eine unbekannte Melodie ließ sich erstmals allein aus der Schrift singen. Die Beschränkung auf fünf Linien ist ein Kompromiss zwischen Umfang und Lesbarkeit: Mehr Linien böten mehr Raum, ließen sich aber nicht mehr auf einen Blick zählen. Das Fünfliniensystem setzte sich in der Vokalmusik im Laufe des späten Mittelalters durch; die Datierung schwankt je nach Quelle zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert. In der Tastenmusik blieben mancherorts noch länger andere Systeme in Gebrauch.

Andere Systeme

Neben dem üblichen fünflinigen System gibt es das vierlinige der Quadratnotation für den liturgischen Gesang, ein einliniges für Perkussion ohne bestimmte Tonhöhe und mehrlinige Sonderformen etwa in der Gitarrentabulatur.

Zum Üben: Merke dir zuerst die Linien e–g–h–d–f (Violinschlüssel) und die Zwischenräume f–a–c–e. In Noten lesen lernen findest du Eselsbrücken dazu. Trainiere sie mit Noten benennen.