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Theorie

Transposition

Transposition ist die Versetzung eines Stückes oder Abschnitts in eine andere Tonhöhe, wobei alle Intervallverhältnisse erhalten bleiben. Die Musik klingt höher oder tiefer, bleibt aber in ihrer Gestalt dieselbe. Zu unterscheiden ist davon die transponierte Notation, bei der nur die Schreibweise versetzt wird.

Prinzip
alle Töne um denselben Abstand verschieben
Bleibt erhalten
die Intervalle der Melodie
Ändert sich
Tonart und Vorzeichen
Beispiel
C-Dur → D-Dur: alles einen Ganzton höher

Alle Töne gleich weit verschieben

Die Intervalle einer Melodie, das Auf und Ab, ihre Gestalt, hängen nicht von der absoluten Tonhöhe ab. Man kann sie deshalb höher oder tiefer singen und spielen, ohne dass sie ihren Charakter verliert. Das ist die Transposition. Praktisch bedeutet das: Jeder Ton wird um denselben Abstand verschoben, im Beispiel um einen Ganzton aufwärts.

Melodie in C-Dur

c d e c e c e

Eine kurze Melodie in C-Dur, nur aus Tönen des Dreiklangs und einem Durchgang.

Derselbe Verlauf einen Ganzton höher: D-Dur

d e fis d fis d fis

Jeder Ton ist um einen Ganzton gestiegen. Weil die Intervalle gleich bleiben, braucht D-Dur zwei Kreuze: Das fis (markiert) entspricht dem e in C-Dur.

Dieselbe Melodie einen Ganzton tiefer: B-Dur

b c d b d b d

Einen Ganzton tiefer liegt die Melodie in B-Dur mit zwei b.

Im Glossar: Vorzeichen · Tonart

Warum man transponiert

Ein Lied wird in eine Lage gebracht, die der Stimme des Sängers entspricht. Ein Begleiter passt ein Stück der Besetzung an. Ein Bläser liest eine Stimme, die für ein Instrument anderer Stimmung geschrieben ist. In der Kirchenmusik gehört das Transponieren von Chorälen zum Handwerk. Auch ganze Werke erscheinen deshalb in Ausgaben für hohe und tiefe Stimme. Für Gitarristen erledigt der Kapodaster die Transposition: Er verkürzt alle Saiten um dieselbe Zahl von Halbtönen, die Griffe bleiben gleich.

Transponierte Notation

Etwas anderes ist die transponierte Notation. Hier ändert sich nicht, was man hört, sondern nur, wie es aufgeschrieben ist, weil das Instrument anders klingt, als es liest. Eine Klarinette in B liest ein c und spielt ein b.

InstrumentNotierter Ton cKlingt
Klavier, Flötecc
Klarinette in Bcb (einen Ganzton tiefer)
Trompete in Bcb (einen Ganzton tiefer)
Horn in Fcf (eine Quinte tiefer)

Folgen für den Klang

Klanglich ist eine Transposition nicht folgenlos. Auf Instrumenten mit unterschiedlichen Lagen ändert sich die Klangfarbe: Leere Saiten stehen nicht mehr zur Verfügung, die Lagen verschieben sich, bestimmte Griffe werden leichter oder schwerer. In ungleichstufigen Stimmungen ändert sich überdies der Charakter der Tonart selbst, weil dort nicht alle Tonarten gleich klingen. Innerhalb eines Stückes begegnet dasselbe Prinzip als Sequenz, bei der eine Wendung auf anderer Stufe wiederholt wird.

Zum Üben: Transponiere ein einfaches Lied zuerst auf dem Papier, indem du jeden Ton um einen Ganzton anhebst und die Vorzeichen anpasst. Spiele es dann auswendig in der neuen Tonart. Mit dem Quintenzirkel findest du die Vorzeichen jeder Tonart.