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Form

Sequenz

Wiederholung auf anderer Tonstufe.

Was es bedeutet

Eine Sequenz ist die Wiederholung eines melodischen oder harmonischen Abschnitts auf einer anderen Tonstufe. Ein Motiv wird gebracht und unmittelbar darauf höher oder tiefer wiederholt, oft mehrmals hintereinander, sodass eine Kette gleichartiger Glieder entsteht. Das einzelne Glied heißt Sequenzmodell, jede Wiederholung Sequenzglied.

Musikalische Verwendung

Zwei Arten werden unterschieden. Bei der tonalen Sequenz bleibt die Wiederholung im Tonvorrat der Tonart; die Intervalle verändern sich dabei geringfügig, weil große und kleine Schritte in der Leiter verschieden verteilt sind. Bei der realen Sequenz wird das Modell genau übertragen, mit identischen Intervallen, was leiterfremde Töne erfordert und oft in andere Tonarten führt.

Harmonisch ist die Quintfallsequenz besonders verbreitet, bei der die Grundtöne in Quintschritten abwärts laufen und jeder Klang wie eine Dominante des folgenden wirkt. Sie ist in der Musik des Barock ein Grundmodell und findet sich in Zwischenspielen von Fugen, in Konzertsätzen und in Durchführungen. Werden die einzelnen Glieder als Zwischendominanten ausgeführt, verstärkt sich der Zug.

Die Sequenz dient der Fortspinnung, der Steigerung und der Modulation. Da das Ohr das Muster nach wenigen Gliedern erkennt, erzeugt sie Erwartung; meist wird sie nach dem dritten Glied verlassen, bevor sie mechanisch wirkt.

Abzugrenzen ist die Sequenz von der Imitation, bei der ein Motiv in einer anderen Stimme nachgeahmt wird; die Sequenz wiederholt ein Motiv in derselben Stimme auf anderer Stufe. Ebenso ist sie von der Transposition zu unterscheiden, die ein ganzes Stück versetzt.

Man unterscheidet die melodische Sequenz, bei der eine Linie auf anderer Stufe wiederholt wird, von der harmonischen Sequenz, die eine Akkordfolge versetzt. Bekannt ist die Quintfallsequenz, bei der die Grundtöne jeweils eine Quinte fallen. Im Mittelalter bezeichnete Sequenz außerdem eine liturgische Gattung. ## Spielpraxis

Gestalte eine Sequenz als Steigerung oder Beruhigung, nicht als gleichförmige Wiederholung. Erkenne das Modell und seine Grenzen, um die Glieder zu phrasieren. Und achte darauf, wo die Sequenz verlassen wird — dort wechselt die Musik meist die Richtung.