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Harmonik

Progression

Akkordfolge mit charakteristischer Bewegung.

Was es bedeutet

Progression bezeichnet eine Folge von Akkorden, die eine erkennbare Bewegung oder ein Ziel hat. Das Wort ist vor allem im englischsprachigen Raum und in Jazz und populärer Musik geläufig, wo man von chord progression spricht; im Deutschen stehen dafür auch Akkordfolge oder Akkordfortschreitung. Der Begriff betont, dass die Klänge nicht nur nebeneinanderstehen, sondern aufeinander hinführen.

Musikalische Verwendung

Die Bewegung einer Folge ergibt sich vor allem aus dem Verhältnis der Grundtöne. Am stärksten wirken Fortschreitungen im Quintfall, wie sie der Kadenz zugrunde liegen: Jeder Klang wirkt als Dominante des nächsten, und die Folge zieht zielgerichtet voran. Terzfortschreitungen wirken weicher und farbiger, weil die Klänge zwei Töne gemeinsam haben. Sekundschritte der Grundtöne verbinden Klänge ohne gemeinsame Töne und erzeugen deutliche Wechsel.

Bestimmte Folgen haben sich als Muster etabliert. In der Barockmusik ist die Quintfallsequenz ein Grundmodell; in Jazz und populärer Musik bilden kurze wiederkehrende Folgen das Gerüst ganzer Stücke, und Musiker verständigen sich darüber in Stufenbezeichnungen, sodass eine Folge in jede Tonart übertragen werden kann.

Abzugrenzen ist die Progression von der Kadenz, die eine Folge mit abschließender Funktion bezeichnet, und von der Sequenz, bei der ein Muster auf anderen Stufen wiederholt wird. Eine Progression kann beides enthalten, ist aber allgemeiner gefasst.

Im Jazz und in der Popmusik spricht man von Akkordprogressionen; bekannte Muster sind die II–V–I-Verbindung und die Folge I–V–VI–IV. In der klassischen Harmonielehre wird eher von Akkordfolgen oder Fortschreitungen gesprochen. Der Begriff betont die gerichtete Bewegung von Akkord zu Akkord, die auf ein harmonisches Ziel zuläuft. ## Spielpraxis

Achte beim Spielen einer Akkordfolge auf die Richtung: Wohin zielt sie, wo ruht sie? Führe die Stimmen von Klang zu Klang auf dem kürzesten Weg, statt jeden Akkord neu zu greifen. Und lerne wiederkehrende Folgen in Stufen statt in absoluten Akkorden — dann lassen sie sich in jede Tonart übertragen.