Zwischendominante
Dominante einer anderen Stufe als der Tonika.
Was es bedeutet
Eine Zwischendominante ist ein Dominantklang, der sich nicht auf die Tonika bezieht, sondern auf eine andere Stufe der Tonart. Sie behandelt diese Stufe für einen Augenblick wie eine Tonika und stellt ihr die eigene Dominante voran. Der Begriff Nebendominante bezeichnet dieselbe Sache.
Im Notenbild
Zwischendominanten sind an leiterfremden Tönen erkennbar, meist an einem Versetzungszeichen, das einen Leitton zur Zielstufe erzeugt. In C-Dur braucht die Dominante zu d-Moll ein cis, die Dominante zu e-Moll ein dis, die Dominante zur Dominante ein fis. In Tonarten mit vielen Vorzeichen können dafür Doppelkreuze oder Auflösungszeichen nötig werden. In der Funktionsbezeichnung werden Zwischendominanten eingeklammert oder mit einem Pfeil versehen, der auf den folgenden Klang zeigt.
Musikalische Verwendung
Zwischendominanten färben einen Satz, ohne die Tonart zu verlassen. Sie verschärfen die Zielrichtung einzelner Stufen, schaffen zusätzliche Leittöne und machen harmonische Verläufe drängender. In Kadenzen ist die Dominante zur Dominante, die Doppeldominante, besonders häufig: Sie steht vor dem Kadenzquartsextakkord oder direkt vor der Dominante und verstärkt deren Eintritt. Folgen mehrere Zwischendominanten aufeinander, entsteht eine Dominantkette im Quintfall.
Abzugrenzen ist die Zwischendominante von drei verwandten Erscheinungen. Die Doppeldominante ist ihr häufigster Sonderfall, nämlich die Zwischendominante zur Dominante. Die Modulation verlegt das tonale Zentrum dauerhaft und bestätigt es durch eine Kadenz; die Zwischendominante dagegen färbt eine Stufe nur vorübergehend ein, danach gilt die Haupttonart weiter. Und der alterierte Akkord verändert einen bestehenden Akkordton, während die Zwischendominante einen neuen Leitton zu einer anderen Stufe bringt.
Weitere Bezeichnungen
Nebendominante wird meist gleichbedeutend gebraucht. Manche Lehrbücher unterscheiden: Zwischendominante heißt die Dominante zu einer anderen Stufe als der Tonika, wenn sie unmittelbar in diese Stufe aufgelöst wird; Nebendominante heißt sie als Klang für sich, auch wenn die Auflösung ausbleibt. Von der Modulation unterscheiden sich beide dadurch, dass die Grundtonart bestehen bleibt.
Spielpraxis
Suche den leiterfremden Ton und führe ihn als Leitton zu seinem Ziel; intoniere ihn eng. Gestalte die Zielstufe als kurzen Ruhepunkt, ohne die Haupttonart aus dem Ohr zu verlieren. Und markiere Zwischendominanten beim Analysieren — sie zeigen, wo die Musik Druck aufbaut.