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Harmonik

Zwischendominante

Eine Zwischendominante ist ein Dominantakkord, der sich eine Quinte abwärts in einen Akkord auflöst, der nicht die Tonika ist. Sie leiht kurz die Spannung einer benachbarten Tonart aus, ohne dass das Stück dorthin moduliert. Am bekanntesten ist V/V, die Dominante der Dominante.

Aufbau
Dominantakkord, meist als Septakkord
Auflösung
eine Quinte abwärts, in einen Akkord außer der Tonika
Schreibweise
V/V, gelesen „Dominante der Dominante“
Beispiel in C-Dur
D7 löst sich nach G auf
Nicht zu verwechseln mit
Modulation

Dominante von etwas, das nicht die Tonika ist

Auf der Seite Quintenzirkel steht der Grundgedanke: Der Zirkel ist auch ein Schema der Akkordbewegung. Die stärkste Bewegung in tonaler Musik ist eine Quinte abwärts: G nach C, D nach G, A nach D. Fast jede Kadenz der westlichen Musik nutzt diesen Sog.

Eine Zwischendominante ist laut Seite ein Dominantakkord, der sich eine Quinte abwärts in einen Akkord auflöst, der nicht die Tonika ist. Die Schreibweise V/V, gelesen „Dominante der Dominante“, steht für den Akkord, dessen Ziel die Dominante ist. In C-Dur ist V gleich G, also ist V/V gleich D7, ein Akkord, der nicht von Natur aus zu C-Dur gehört, sich aber wunderbar nach G auflöst.

D7 als V/V in C-Dur

d fis a c 4 HT 3 HT 3 HT

Der Akkord d–fis–a–c ist ein Dominantseptakkord auf d. Das fis gehört nicht zu C-Dur und ist der Leitton nach g. Markiert ist der Ton, der aus der Tonart herausführt.

Über Zwischendominanten leihen sich Komponisten laut Seite kurze Spannung aus benachbarten Tonarten, ohne sich auf eine vollständige Modulation festzulegen. Der Unterschied: Bei der Modulation bleibt das Stück in der neuen Tonart, die Zwischendominante streift sie nur im Vorübergehen.

CID7V/VGVCI
TonartDominante (V)Zwischendominante (V/V)
C-DurGD7
G-DurDA7
F-DurCG7
D-DurAE7

Warum sie wirkt

Der Dominantseptakkord enthält zwei Töne, die in entgegengesetzte Richtungen drängen. Der Artikel Der Leitton zeigt es an G7: Das h will einen Halbton hinauf zum c, das f einen Halbton hinunter zum e. Dasselbe gilt für jeden Dominantseptakkord, also auch für D7 in C-Dur: Das fis zieht zum g, das c zum h. Weil der Akkord einen Ton enthält, der nicht zur Grundtonart gehört, klingt er wie ein kurzer Besuch in der Nachbartonart.

Die Seite Die Akkorde fast jedes Popsongs vorhersagen benennt, wo das einfache Vier-Akkorde-Schema aufhört: Sobald Zwischendominanten, Moll-Subdominanten oder Modulationen ins Spiel kommen, greift es nicht mehr, und genau an diesen Stellen wird Musik interessant.

Selbst ausprobieren: In der Quintenzirkel-Übung beantwortest du kurze Fragen zum Zirkel. Spiele danach die Folge C – D7 – G – C auf Gitarre oder Klavier und höre, wie das D7 nach G zieht.

Im Choral

Die Seite Deutsche Lieder nennt Crügers „Nun danket alle Gott“ als Beispiel: Bei den Chorälen steht unter der Melodie ein vierstimmiger Satz mit Durchgangsnoten, Vorhalten und gelegentlich einer Zwischendominante. Auf dem Liedblatt lässt sich die Stelle an den Akkordsymbolen ablesen:

Lieder

Die Folge A7–D im Choral ist dieselbe V/V–V-Bewegung wie im zweiten Hörbeispiel oben.

Häufige Fehler

  • Jede erhöhte Note für eine Modulation halten: Ein Ton außerhalb der Tonart kann eine Zwischendominante sein, die Tonart bleibt dieselbe.
  • Den Akkord nicht auflösen: Die Zwischendominante verlangt, dass auf sie der Zielakkord eine Quinte tiefer folgt.
  • V/V mit V verwechseln: V ist die Dominante der Tonart, V/V die Dominante der Dominante, in C-Dur D7 statt G.
GIA7V/VDVGI