Quintenzirkel
Anordnung der Tonarten im Quintabstand mit zunehmenden Vorzeichen.
Was es bedeutet
Der Quintenzirkel ist die Anordnung der zwölf Dur- und Molltonarten im Abstand von Quinten. Beginnt man bei C-Dur ohne Vorzeichen und geht im Uhrzeigersinn jeweils eine Quinte aufwärts, ergeben sich G-Dur (ein Kreuz), D-Dur (zwei Kreuze) und so fort bis Fis-Dur mit sechs Kreuzen. Geht man gegen den Uhrzeigersinn eine Quinte abwärts, entstehen F-Dur (ein b), B-Dur (zwei b) bis Ges-Dur mit sechs b.
Im Kreis treffen sich Fis-Dur und Ges-Dur, die enharmonisch gleich klingen. Innen liegen die parallelen Molltonarten; a-Moll gehört zu C-Dur.
Musikalische Verwendung
Der Quintenzirkel hilft, Vorzeichen zu bestimmen, Tonarten zu vergleichen und Modulationen zu planen: Tonarten, die im Kreis nebeneinander liegen, sind eng verwandt. Er zeigt auch die gebräuchlichsten Akkordfolgen, denn viele Kadenzen, etwa in Jazz und Barock, folgen Quinten abwärts. Frühe Darstellungen finden sich bei Nikolai Diletzki (1679) und Johann David Heinichen (1728).
Abzugrenzen ist der Quintenzirkel vom bloßen Quintabstand zweier Töne und vom Quintfall als Akkordbewegung; er ist das Schema, das alle Tonarten in ein System bringt.
Spielpraxis
Lerne den Quintenzirkel auswendig, denn er erleichtert dir das Lesen der Vorzeichen und das Transponieren. Übe Tonleitern und Akkorde in Quintfolge, um die Tonarten in der Hand und im Ohr zu verankern.