Paralleltonart
Zu jeder Durtonart gibt es eine Molltonart mit derselben Vorzeichnung, die Paralleltonart. Beide benutzen exakt dieselben sieben Töne und unterscheiden sich nur im Grundton. Der Grundton der Moll-Parallele liegt drei Halbtonschritte unter dem der Durtonart.
- Gleich
- Vorzeichnung und Tonvorrat
- Verschieden
- Grundton (tonales Zentrum)
- Abstand
- Moll liegt eine kleine Terz unter Dur, also drei Halbtöne
- Nicht verwechseln mit
- Varianttonart (gleicher Grundton)
Gleiche Töne, anderes Zentrum
Die Seite Quintenzirkel beschreibt es so: Zu jeder Durtonart gehört eine parallele Molltonart mit identischer Vorzeichnung. Die Molltonart beginnt drei Halbtonschritte unter der Durtonart. Das erklärt, warum die Vorzeichnung allein nie sagt, ob ein Stück in Dur oder Moll steht. Die Übungsseite Vorzeichen & Tonarten sagt es ausdrücklich: C-Dur und a-Moll haben keine Vorzeichen, G-Dur und e-Moll eines, F-Dur und d-Moll eines. Der Schluss und der Anfang des Stücks entscheiden.
C-Dur
Sieben Stammtöne, Halbtonschritte zwischen e–f und h–c.
a-Moll (natürlich)
Dieselben sieben Töne, nur beginnt die Leiter auf a. Die Halbtonschritte liegen jetzt zwischen h–c und e–f, die Stufenfolge ist eine andere.
C-Dur und a-Moll teilen sich alle sieben Töne, nur der Heimatton unterscheidet sich. So steht es auf der Startseite im Abschnitt zum Quintenzirkel. Mit „Heimatton“ ist die Tonika gemeint, der Ton, auf den sich alles bezieht. Die natürliche Molltonleiter ist deshalb eine Dur-Tonleiter, die auf der sechsten Stufe beginnt.
Alle 15 Paare
Im Quintenzirkel zeigt der innere Ring zu jeder Durtonart die Moll-Paralleltonart. Die Seite Quintenzirkel führt die Paare bis As-Dur auf, die folgende Tabelle ergänzt die übrigen.
| Vorzeichnung | Durtonart | Paralleltonart in Moll |
|---|---|---|
| keine | C-Dur | a-Moll |
| 1 ♯ | G-Dur | e-Moll |
| 2 ♯ | D-Dur | h-Moll |
| 3 ♯ | A-Dur | fis-Moll |
| 4 ♯ | E-Dur | cis-Moll |
| 5 ♯ | H-Dur | gis-Moll |
| 6 ♯ | Fis-Dur | dis-Moll |
| 7 ♯ | Cis-Dur | ais-Moll |
| 1 ♭ | F-Dur | d-Moll |
| 2 ♭ | B-Dur | g-Moll |
| 3 ♭ | Es-Dur | c-Moll |
| 4 ♭ | As-Dur | f-Moll |
| 5 ♭ | Des-Dur | b-Moll |
| 6 ♭ | Ges-Dur | es-Moll |
| 7 ♭ | Ces-Dur | as-Moll |
Eine einfache Rechenregel: Von der Durtonart geht man eine kleine Terz nach unten, also drei Halbtöne. Aus G-Dur wird e-Moll, aus Es-Dur wird c-Moll. Umgekehrt führt eine kleine Terz nach oben von der Molltonart zur Parallele in Dur.
Paralleltonart oder Varianttonart?
Die beiden Begriffe werden oft verwechselt. Die Seite Quintenzirkel erklärt den Unterschied am Beispiel C-Dur: Die Paralleltonart ist a-Moll, mit gleichen Tönen und anderem Zentrum. Die Varianttonart ist c-Moll, mit gleichem Grundton und drei zusätzlichen b. Der Wechsel zur Varianttonart ist laut Seite ein viel stärkerer emotionaler Kontrast, weil sich drei Töne auf einmal ändern. Der Wechsel zur Paralleltonart ändert dagegen keinen einzigen Ton.
Die Paralleltonart im Stück
Weil keine Töne wechseln, ist die Paralleltonart der natürlichste Weg für einen Tonartwechsel. Die Startseite schlägt für eine eigene Song-Struktur vor, die Bridge in der Paralleltonart in Moll zu schreiben. In einem Notenblatt aus dem Archiv lässt sich der Wechsel ablesen:
Gitarre
-
Etüde Nr. 7 Matteo Carcassi, op. 60 Nr. 7 · Gitarre · 2 Seiten
Die Takte 1 bis 8 tragen Akkordsymbole in a-Moll, in Takt 2 erscheint gis. In Takt 9 beginnt ein Abschnitt mit den Akkorden C, Dm, G, C, also in der Paralleltonart C-Dur. Die Vorzeichnung bleibt in beiden Teilen leer. Ab Takt 16 führen E und Am zurück nach a-Moll.
Häufige Fehler
- Parallel und Variante verwechseln: Parallele Tonarten teilen die Vorzeichnung, Varianten den Grundton.
- Die Vorzeichnung für den Schluss halten: Dieselben Vorzeichen können Dur und Moll bedeuten. Prüfe den Schlusston und den letzten Akkord.
- In die falsche Richtung zählen: Von Dur aus geht man drei Halbtöne nach unten, nicht nach oben. Wer drei Halbtöne hinaufgeht, landet auf dem Grundton einer ganz anderen Tonart.
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Verwandte Begriffe
DurMollTonartVorzeichenQuintenzirkela-MollC-DurNatürliches MollTonikaModulation
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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