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Tonart

Tonart

Festgelegte Skala mit Vorzeichen.

Was es bedeutet

Eine Tonart bezeichnet den Bezugsrahmen eines Stückes: einen Grundton, ein Tongeschlecht und den daraus folgenden Tonvorrat. Sie ist mehr als eine Tonleiter — sie schließt ein, dass ein bestimmter Ton als Zentrum wirkt, auf das die Musik bezogen bleibt und zu dem sie zurückkehrt.

Im Notenbild

Angezeigt wird der Tonvorrat durch die Vorzeichnung am Zeilenanfang. Sie benennt allerdings nicht die Tonart selbst, denn dieselbe Vorzeichnung gilt für eine Durtonart und ihre Mollparallele. Welche von beiden gemeint ist, verrät erst die Musik: Schlusston, Betonung der Tonika, Vorkommen des Leittons. In Moll erscheint dieser nie in der Vorzeichnung, sondern stets als Versetzungszeichen im Takt.

Musikalische Verwendung

Die Ordnung der Tonarten folgt dem Quintenzirkel: Jeder Quintschritt aufwärts fügt ein Kreuz hinzu, jeder abwärts ein B. An der gegenüberliegenden Seite treffen sich beide Reihen in enharmonisch gleichwertigen Tonarten.

Innerhalb eines Stückes bleibt die Tonart selten unverändert. Ausweichungen und Modulationen führen in verwandte Tonarten und zurück; der Bau vieler Formen beruht gerade auf diesem Wechsel, etwa im Sonatensatz, dessen zweites Thema in einer anderen Tonart steht.

Historisch bemerkenswert ist die Frage des Tonartcharakters. In ungleichstufigen Stimmungen klangen Tonarten tatsächlich verschieden, weil die Intervalle verschieden weit waren; darauf beruhen die überlieferten Zuschreibungen. In gleichstufiger Stimmung entfällt dieser Unterschied, und was bleibt, sind Lagenunterschiede auf den Instrumenten.

Die Tonart ergibt sich aus Grundton und Tongeschlecht. Im Dur-Moll-System gibt es 24 Tonarten, die sich im Quintenzirkel anordnen lassen. Die Vorzeichen am Zeilenanfang geben die Tonart an, legen sie aber nicht eindeutig fest, weil Paralleltonarten dieselben Vorzeichen haben; entscheidend ist, welcher Ton als Ziel empfunden wird. ## Spielpraxis

Bestimme zu Beginn Tonart und Tongeschlecht und sprich dir die Vorzeichen laut vor. Verfolge beim Erarbeiten, wo das Stück die Tonart verlässt und wohin es geht — das gliedert die Form und trägt die Gestaltung.