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Harmonik

Modulation

Modulation ist der Wechsel von einer Tonart in eine andere innerhalb eines Musikstücks. Wie weich er klingt, hängt davon ab, wie viele Töne beide Tonarten gemeinsam haben. Der Quintenzirkel zeigt, welche Tonarten nah beieinander liegen.

Bedeutung
Wechsel der Tonart innerhalb eines Stücks
Weiche Wechsel
zwischen Nachbarn im Quintenzirkel, sie teilen sechs von sieben Tönen
Techniken
Pivot-Akkord, direkte Modulation, über die Dominante
Beispiel auf dieser Seite
C-Dur nach G-Dur über den Akkord Am

Der Quintenzirkel als Straßenkarte

Auf der Seite Quintenzirkel heißt es: Benachbarte Tonarten im Zirkel teilen sich sechs von sieben Tönen, deshalb klingen Modulationen zwischen ihnen so natürlich und weich. Ein Sprung von C-Dur nach G-Dur klingt vertrauter als einer nach Fis-Dur, weil C und G nur eine Quinte auseinanderliegen. Tonarten, die weit auseinanderliegen, haben nur wenige Töne gemeinsam und brauchen eine sorgfältige Vorbereitung.

Sehr weite Modulationen, etwa von C-Dur nach Fis-Dur, sind genau deshalb so außergewöhnlich: Die beiden Tonarten liegen im Zirkel direkt gegenüber und haben kaum gemeinsame Töne. Die Seite nennt Schubert und Wagner als Komponisten, die diese Entfernung für dramatische, fast jenseitige Wirkungen nutzten.

Drei Techniken

Die Seite Quintenzirkel nennt drei gängige Wege, die Tonart zu wechseln:

TechnikSo geht esWirkung
Pivot-AkkordEinen Akkord finden, der zu beiden Tonarten gehört, ihn als Scharnier nutzen und dann in die neue Tonika auflösen.weich, von den meisten Hörern unbemerkt
Direkte ModulationAbrupter Sprung in die neue Tonart, oft einen Ganz- oder Halbton höher.steigert die Energie, häufig im letzten Refrain von Pop-Songs
Über die DominanteDie V der Zieltonart spielen, die stark zur neuen Tonika zieht.zieht stark zur neuen Tonika, z. B. D7 vor G-Dur

Das Beispiel zum Pivot-Akkord steht dort ebenfalls: Von C-Dur nach G-Dur ist der Akkord Am die sechste Stufe in C und die zweite Stufe in G. Er gehört zu beiden Tonarten, deshalb merkt man den Wechsel kaum. Probier es mit dem Hörbeispiel aus.

CI in CAmvi in C = ii in GDV in GGI in G

Der Akkord Am verändert sich nicht, nur seine Funktion: Zuerst ist er Stufenakkord vi von C-Dur, dann ii von G-Dur. Die folgenden zwei Akkorde D und G bestätigen die neue Tonart, wie bei einer Kadenz.

Selbst ausprobieren: In der Quintenzirkel-Übung beantwortest du kurze Fragen zum Zirkel, die Grafik zeigt ihn dabei mit an.

Andere Wege in eine neue Tonart

In den Artikeln auf Maikstrings stehen zwei weitere Mittel:

  • Der verminderte Septakkord: Der Artikel Der verminderte Septakkord nennt ihn die schnellste Modulationsbrücke, die die Harmonielehre kennt. Er passt in jede Tonart hinein und führt von dort in mehrere andere, denn jeder der vier Töne kann als Leitton gelesen werden.
  • Der Terzwechsel: Weil Dur- und Moll-Dreiklang auf derselben Stufe zwei Töne teilen, lässt sich laut Die Terz als Schalter von einem zum anderen wechseln, ohne dass ein Bruch entsteht. Von dort aus ist man in einer anderen Tonart, obwohl nur ein Ton bewegt wurde.

Modulation im Notenbild

Die Etüde Nr. 7 von Carcassi zeigt einen Tonartwechsel im Notenblatt. Die Akkordsymbole machen ihn ablesbar: Über den ersten acht Takten stehen Am-Akkorde, danach beginnt in Takt 9 nach einer Doppellinie ein Abschnitt mit den Akkorden C, Dm, G und C. Ab Takt 16 führen E und Am zurück nach a-Moll.

Gitarre

Modulation und Stimmung

Der Artikel Warum dein Klavier leicht verstimmt ist beschreibt eine praktische Folge: In reiner Stimmung klingt jede einzelne Tonart makellos. Moduliert man aber, wird es unerträglich, weil einzelne Intervalle um mehr als 20 Cent danebengeraten. Chöre a cappella streben dennoch oft nach reiner Stimmung, weil Sänger die Tonhöhe laufend anpassen können. Die gleichstufige Stimmung ist ein Kompromiss, der alle Tonarten spielbar macht, wie die Seite zur Enharmonik beschreibt.

Häufige Fehler

  • Modulation und Zwischendominante verwechseln: Bei einer Modulation bleibt die neue Tonart; eine Zwischendominante berührt eine andere Stufe nur kurz.
  • Nur auf das neue Vorzeichen achten: Ein Tonartwechsel muss nicht mit einer neuen Vorzeichnung beginnen. In der Carcassi-Etüde ändert sich die Vorzeichnung nicht, der Wechsel zeigt sich an Akkorden und Versetzungszeichen.
  • Den Pivot-Akkord für ein Zufallsprodukt halten: Der Akkord ist gewählt, weil er in beiden Tonarten eine Funktion hat.