Oratorium
Mehrteiliges Werk für Solisten, Chor und Orchester über meist geistlichen Stoff, nicht szenisch.
Was es bedeutet
Ein Oratorium ist ein mehrteiliges Werk für Solisten, Chor und Orchester über einen meist geistlichen Stoff, das ohne Bühnenbild, Kostüme und Handlungsspiel aufgeführt wird. Die Handlung wird durch Erzähler, Arien, Rezitative und Chöre vermittelt. Der Name geht auf das Oratorium zurück, den Betsaal, in dem die Gebets- und Musikübungen der von Philipp Neri gegründeten Bruderschaft in Rom stattfanden.
Musikalische Verwendung
Im 17. Jahrhundert entwickelte sich das Oratorium in Italien zu einer eigenständigen Gattung, zu der Giacomo Carissimi beitrug. Bedeutende Werke sind Händels „Messiah“ (1742 in Dublin uraufgeführt), Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ (1734/35), Joseph Haydns „Die Schöpfung“ (1798) und Felix Mendelssohn Bartholdys „Elias“ (1846). Auch weltliche Stoffe kamen vor.
Abzugrenzen ist das Oratorium von der Oper, die szenisch aufgeführt wird, von der Passion, die die Leidensgeschichte Christi erzählt, und von der Kantate, die kürzer und kleiner besetzt ist.
Spielpraxis
Wenn du in einem Oratorium singst, denke an die Erzählung: Der Chor kann Volk, Gemeinde oder Kommentator sein. Achte auf deutliche Aussprache und darauf, dass du mit Solisten und Orchester genau zusammenkommst.