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Vokal

Passion

Vertonung der Leidensgeschichte Jesu.

Was es bedeutet

Eine Passion (lateinisch „Leiden“) ist die Vertonung der Leidensgeschichte Jesu Christi nach einem der vier Evangelien. Sie wird traditionell in der Karwoche aufgeführt. Ihr Text erzählt Verhör, Verurteilung, Kreuzigung und Tod Jesu. In der Musik reicht die Gattung vom einstimmigen gesungenen Bericht bis zum großen Oratorium.

Musikalische Verwendung

Im Mittelalter trugen Priester die Passion im Choral vor; für die Rollen von Jesus, Erzähler und Volk gab es verschiedene Tonlagen. Später kamen mehrstimmige Chöre für die Volksszenen hinzu (Responsorialpassion). Heinrich Schütz schuf im 17. Jahrhundert geistliche Passionen ohne Orchester. Im 18. Jahrhundert entstand die oratorische Passion mit Arien, Rezitativen und Chorälen, deren Höhepunkte Johann Sebastian Bachs „Johannes-Passion“ (1724) und „Matthäus-Passion“ (um 1727, überarbeitet 1736) sind.

Abzugrenzen ist die Passion vom Oratorium, das auch andere Stoffe behandelt, und vom Requiem, der Totenmesse.

Spielpraxis

Wenn du in einer Passion singst, denke an den erzählenden Text: Als Evangelist oder Chor bist du Erzähler oder Volk. Achte auf klare Aussprache, und lass den Choral als Moment der Gemeinde ruhig und schlicht klingen.