Requiem
Totenmesse.
Was es bedeutet
Das Requiem ist die Totenmesse der katholischen Liturgie und zugleich die Bezeichnung für deren musikalische Vertonung. Der Name stammt vom Anfangswort des Introitus, in dem um Ruhe für die Verstorbenen gebeten wird. Gegenüber der gewöhnlichen Messe fehlen Gloria und Credo; hinzu treten eigene Texte, unter ihnen die Sequenz Dies irae, das Offertorium, das Agnus Dei mit verändertem Schluss und weitere Gesänge wie Lux aeterna und Libera me.
Musikalische Verwendung
Die Gattung reicht vom einstimmigen Choral über die Mehrstimmigkeit der Renaissance bis zu groß besetzten Werken des 19. und 20. Jahrhunderts. Welche Texte vertont werden, ist nicht einheitlich: Manche Komponisten lassen das Dies irae aus, andere bauen es zum umfangreichsten Teil aus, wieder andere stellen eigene Textzusammenstellungen her und verlassen damit den liturgischen Rahmen. Der Charakter reicht von verhaltener Trauer bis zu dramatischer Schilderung des Gerichts. Für Aufführende ist deshalb zuerst zu klären, welche Anlage ein bestimmtes Werk hat.
Spielpraxis
Verschaffe dir einen Überblick über Textfolge und Satzcharaktere, damit die Gestaltung nicht gleichförmig wird; gerade in langen Werken ist der Wechsel entscheidend. Plane die Kräfte über die gesamte Dauer, besonders wenn ausgedehnte Chorsätze am Schluss stehen. Kläre die lateinische Aussprache und die Silbenverteilung verbindlich. Achte auf Textdeutlichkeit in dramatischen Abschnitten. Bei liturgischer Verwendung ist der Ablauf mit der Leitung abzustimmen; im Konzert lohnt eine knappe Erläuterung der Textfolge im Programm.
die Textauswahl von Werk zu Werk abweicht: Manche Vertonungen lassen Teile aus, andere fügen fremde Texte hinzu und verlassen damit den liturgischen Rahmen. Prüfe das vor der Programmplanung und erläutere die Anlage im Programmheft. Beachte, dass Brahms für sein Deutsches Requiem Bibeltexte i Prüfe, ob eine Vertonung liturgisch verwendbar ist, bevor du sie in einen Gottesdienst einplanst.