Zum Inhalt springen
Notation

Fermate

Haltezeichen über einer Note ⌒.

Was es bedeutet

Die Fermate hält einen Klang an. Note oder Pause, über der sie steht, werden über den geschriebenen Wert hinaus ausgehalten, wobei die Dauer nicht festgelegt ist: Sie ergibt sich aus Charakter, Tempo und Ort im Stück. Während der Fermate ruht die Taktordnung; erst mit dem Weitergehen setzt das Zählen wieder ein. Corona ist eine ältere Bezeichnung für dasselbe Zeichen.

Im Notenbild

Das Zeichen besteht aus einem flachen Bogen mit einem Punkt darunter und steht über der Note, in tiefen Stimmen und Unterstimmen auch gespiegelt darunter. Es kann über einer Note, einer Pause oder einem Taktstrich erscheinen; über dem Taktstrich trennt es zwei Abschnitte, ohne einen Klang zu dehnen. Der Zusatz lunga verlangt eine besonders lange Dehnung. Zu unterscheiden ist die Fermate von der Caesura, die den Fluss unterbricht statt zu verlängern, und vom Atemzeichen, das die nötige Zeit dem vorigen Notenwert entnimmt und den Takt unberührt lässt.

Musikalische Verwendung

Drei Verwendungen sind besonders geläufig. Am Ende eines Stückes oder Abschnitts verleiht die Fermate dem Schlussklang Gewicht und lässt ihn ausklingen. Im Choral steht sie regelmäßig am Ende jeder Zeile und bezeichnet dort vor allem die Gliederung; wie stark tatsächlich gedehnt wird, ist Sache der Tradition am jeweiligen Ort. In Konzertsätzen kündigt eine Fermate — häufig über einem Quartsextakkord vor der Dominante (V) — die Solokadenz an: Das Orchester hält inne, der Solist spielt frei, die Fortsetzung übernimmt danach wieder die Taktordnung. Innerhalb eines Satzes kann sie außerdem eine Spannung vor einem entscheidenden Wechsel aufbauen.

Weitere Bezeichnungen

Sie begegnet in älteren Drucken und in italienischsprachiger Literatur.

Spielpraxis

Entscheide die Länge aus dem Zusammenhang und lege sie im Ensemble vorher fest; Abgang und Wiedereinsatz brauchen ein klares gemeinsames Zeichen. Halte den Klang aktiv, statt ihn nur stehen zu lassen — eine Fermate, die an Spannung verliert, wirkt länger, als sie ist. Nimm das Tempo danach ohne Zögern wieder auf, sofern nichts anderes verlangt ist. Bei Fermaten über Pausen zähle nach dem Einsatz neu ein, statt innerlich weiterzuzählen.