Ganze Pause
Pause im Wert einer ganzen Note.
Was es bedeutet
Die Ganze Pause bezeichnet ein Schweigen von der Dauer einer ganzen Note, also vier Viertel im Viervierteltakt. Sie hat jedoch eine Besonderheit, die sie von allen anderen Pausen unterscheidet: In der üblichen Notationspraxis steht sie für einen vollständigen Takt, unabhängig davon, wie lang dieser tatsächlich ist.
Im Dreivierteltakt füllt sie also drei Viertel, im Zweivierteltakt zwei, im Sechsachteltakt sechs Achtel. Der Name beschreibt in diesen Fällen nicht die Dauer, sondern die Funktion: „ganzer Takt Pause". Nur im Viervierteltakt fallen beide Bedeutungen zusammen. Eine Ausnahme bilden manche Ausgaben, die im Alla-breve- und in größeren Takten abweichende Regeln anwenden.
Im Notenbild
Das Zeichen ist ein kleiner gefüllter Balken, der unter der vierten Linie hängt. Die Halbe Pause sieht ähnlich aus, liegt aber auf der dritten Linie — der Unterschied zwischen hängend und liegend ist die einzige Unterscheidung und wird beim schnellen Lesen leicht übersehen. Eine Eselsbrücke: Die schwerere Ganze Pause hängt herab, die leichtere Halbe liegt oben auf.
Mehrere leere Takte hintereinander werden in Stimmen zu einer Mehrtaktpause zusammengefasst, einem waagerechten Balken mit darüberstehender Taktzahl.
Musikalische Verwendung
Ganze Pausen kennzeichnen das Schweigen einer Stimme über einen vollen Takt. In Ensemble- und Orchesterstimmen sind sie deshalb besonders häufig; dort entscheidet ihre genaue Zählung darüber, ob ein Einsatz stimmt. Am Ende von Sätzen markieren sie Generalpausen, die als Zäsur wirken. In Partituren zeigen sie auf einen Blick, welche Instrumente gerade nicht beteiligt sind.
Spielpraxis
Zähle Pausentakte mit und verlass dich nicht auf das Gefühl; bei mehreren leeren Takten hilft es, die Taktzahlen mitzuzählen statt die Zählzeiten. Markiere dir lange Pausen im Notentext mit Hinweisen darauf, was gerade in anderen Stimmen geschieht. Prüfe beim Lesen, ob die Pause hängt oder liegt. Und bereite den Einsatz nach der Pause rechtzeitig vor, statt im letzten Moment zum Instrument zu greifen.