Generalpause
Pause aller Stimmen, Symbol G.P.
Was es bedeutet
Die Generalpause ist die Stille, in der alle Beteiligten zugleich schweigen. Anders als der Einschnitt einer Caesura hat sie einen gemessenen Wert: Sie steht als Pause im Takt und wird mitgezählt, das Zeitmaß läuft weiter. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie an einer Stelle eintritt, an der das Ohr mit Fortsetzung rechnet — die Musik hört auf, aber sie ist nicht zu Ende.
Im Notenbild
In der Partitur erscheint in allen Systemen die entsprechende Pause, zusätzlich meist die Abkürzung G.P. über dem obersten System. In Einzelstimmen ist der Hinweis besonders wichtig, weil der Spieler sonst nicht erkennen kann, ob nur seine Stimme schweigt oder das ganze Ensemble. Über der Pause kann eine Fermate stehen, die sie über den geschriebenen Wert hinaus dehnt; dann gilt die Zählordnung für die Dauer der Fermate nicht mehr. Zu unterscheiden ist die Generalpause daher von der Caesura, die keinen Wert hat und den Ablauf unterbricht, und vom Atemzeichen, das nur eine einzelne Stimme betrifft.
Musikalische Verwendung
Eingesetzt wird die Generalpause dort, wo ein Bruch gewollt ist: vor dem Wiedereintritt eines Themas, vor einem überraschenden Wechsel der Tonart oder des Charakters, gelegentlich unmittelbar vor dem Schluss. Je dichter der Satz vorher war, desto stärker wirkt sie. In der Musik seit der Wiener Klassik gehört sie zu den geläufigen Mitteln dramatischer Gestaltung; in dichter polyphoner Musik kommt sie dagegen kaum vor, weil dort der durchgehende Stimmenfluss die Form trägt.
Spielpraxis
Zähle die Generalpause aktiv durch, statt auf das Gefühl oder den Nachbarn zu warten — Stille verzerrt die Zeitwahrnehmung, und sie wirkt beim Spielen länger, als sie ist. Halte die Spannung: Bewegungen, Blätterrauschen und hörbares Atmen zerstören den Eindruck. Beende den Klang davor gemeinsam und exakt; eine Generalpause beginnt mit einem sauberen Abschluss. Und übe den Einsatz danach getrennt, denn genau dort kommen Ensembles auseinander.