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Notation

Generalpause

Die Generalpause ist die Stille, in der alle Beteiligten zugleich schweigen. Anders als der Einschnitt einer Zäsur hat sie einen gemessenen Wert: Sie steht als Pause im Takt und wird mitgezählt, das Zeitmaß läuft weiter. In der Partitur steht dafür die Abkürzung G.P.

Abkürzung
G.P.
Bedeutung
alle Stimmen pausieren gleichzeitig
Dauer
gemessen, wird mitgezählt
Mit Fermate
wird über den geschriebenen Wert hinaus gedehnt

Stille, die mitgezählt wird

In einem Ensemble schweigt oft eine einzelne Stimme. Bei der Generalpause schweigen alle zugleich. Das Besondere: Sie hat einen gemessenen Wert, ist also kein Einschnitt außerhalb des Takts, sondern eine Pause wie jede andere. Das Zeitmaß läuft weiter, man zählt mit. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie an einer Stelle eintritt, an der das Ohr mit Fortsetzung rechnet: Die Musik hört auf, aber sie ist nicht zu Ende.

Generalpause im 4/4-Takt: ein ganzer Takt Stille

4 4

Nach dem Akkord im ersten Takt folgt eine ganze Pause (markiert). In allen Stimmen steht dasselbe Pausenzeichen, darüber stünde in der Partitur G.P. Der Schluss kommt erst nach vier gezählten Schlägen Stille.

Im Glossar: Ganze Pause · Fermate · Atemzeichen

Im Notenbild

In der Partitur erscheint in allen Systemen die entsprechende Pause, zusätzlich meist die Abkürzung G.P. über dem obersten System. In Einzelstimmen ist der Hinweis besonders wichtig, weil der Spieler sonst nicht erkennen kann, ob nur seine Stimme schweigt oder das ganze Ensemble. Über der Pause kann eine Fermate stehen, die sie über den geschriebenen Wert hinaus dehnt. Dann gilt die Zählordnung für die Dauer der Fermate nicht mehr.

Abgrenzung

  • Zäsur: Sie hat keinen Wert und unterbricht den Ablauf.
  • Atemzeichen: Es betrifft nur eine einzelne Stimme.
  • Eine Stimme pausiert: Das ist eine gewöhnliche Pause.

Wo sie eingesetzt wird

Eingesetzt wird die Generalpause dort, wo ein Bruch gewollt ist: vor dem Wiedereintritt eines Themas, vor einem überraschenden Wechsel der Tonart oder des Charakters, gelegentlich unmittelbar vor dem Schluss. Je dichter der Satz vorher war, desto stärker wirkt sie. In der Musik seit der Wiener Klassik gehört sie zu den geläufigen Mitteln dramatischer Gestaltung. In dichter polyphoner Musik kommt sie dagegen kaum vor, weil dort der durchgehende Stimmenfluss die Form trägt.

Zum Üben: Spiele die Zeile mit dem Metronom und zähle die Pause laut mit: „eins, zwei, drei, vier“. Die schwierigste Stelle ist der Wiedereinsatz: Er muss exakt auf dem ersten Schlag des folgenden Takts sitzen, ohne Hast und ohne Verzögerung.