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Form

Stimme

Eine Stimme ist eine zusammenhängende Tonfolge innerhalb einer mehrstimmigen Komposition, gesungen oder gespielt, von einer Person oder von mehreren zugleich. „Stimme“ heißt auch das Notenblatt, auf dem nur diese eine Partie steht. Auf dieser Seite geht es um die Stimme im Notensatz, nicht um die menschliche Singstimme.

Bedeutung 1
eine Linie im mehrstimmigen Satz, etwa die erste Stimme oder die zweite Violine
Bedeutung 2
das Notenblatt mit nur dieser Linie (Einzelstimme)
Gegenstück
Partitur: alle Stimmen untereinander
Wortherkunft
lateinisch vox („Stimme“) ist das entsprechende lateinische Wort

Eine Linie im Satz

In einem mehrstimmigen Satz laufen mehrere Linien gleichzeitig, und jede davon ist eine Stimme. Gemeint ist die Linie, nicht die Besetzung: Eine Stimme kann eine einzelne Musikerin oder ein einzelner Musiker spielen oder viele zugleich, etwa alle ersten Violinen eines Orchesters.

Eine einzelne Stimme

4 4

Eine Stimme ist eine durchgehende Linie: sechs Töne, einer nach dem anderen.

Dieselbe Stimme mit einer zweiten

4 4

Die obere Stimme ist dieselbe wie oben. Die untere hat dieselben Notenwerte und liegt bei fünf der sechs Zusammenklänge eine Terz tiefer; beim letzten ist es eine Sexte.

Zwei Stimmen, zeitlich versetzt

4 4

Die zweite Stimme pausiert im ersten Takt und spielt dann die Takte 1 bis 3 der ersten Stimme nach, einen Takt später und eine Oktave tiefer. Die beiden Stimmen haben dieselben Töne und setzen zeitlich versetzt ein; so sind Kanons gebaut.

Die erste Zeile zeigt eine Stimme allein, die zweite dieselbe mit einer Gegenstimme, die dritte zwei Stimmen, die nacheinander einsetzen. In der zweiten Zeile haben beide Stimmen dieselben Notenwerte, in der dritten haben sie dieselben Töne, aber versetzt.

Partitur und Einzelstimme

In der Partitur stehen alle Stimmen eines Stücks untereinander. Daraus liest die Dirigentin oder der Dirigent, und daran lässt sich ablesen, was zugleich erklingt. Die Musikerinnen und Musiker brauchen für sich nur ihre eigene Stimme: das Notenblatt mit einer einzigen Linie, auch Einzelstimme oder Stimmbuch genannt. Eine solche Einzelstimme kann trotzdem mehrstimmig sein, zum Beispiel die Solostimme eines Klavierkonzerts.

Einzelstimme und Partitur

Stimmen im Kanon

Die Viola-Stimme der „Kleinen Nachtmusik“ zeigt in den ersten sechs Takten dieselben Noten wie die dritte Zeile der Partitur: einmal als Blatt für eine Spielerin oder einen Spieler, einmal als eine von vier Zeilen im Gesamtbild.

Stimmen im Kanon

Bei „Bruder Jakob“ gehören vier Stimmen zu einer einzigen Zeile: Der Untertitel spricht vom Kanon für vier Stimmen, notiert ist die Melodie nur einmal. Das Blatt erklärt die eingekreisten Ziffern nicht. Gelesen werden sie als Einsatzstellen (mehr dazu unter Kanon): Die zweite Stimme beginnt, wenn die erste bei Takt 3 angekommen ist, die dritte bei Takt 5 und die vierte bei Takt 7.

Zum Üben: Lege die Partitur und die Viola-Stimme der „Kleinen Nachtmusik“ nebeneinander. Suche in der Partitur die Viola, die dritte Zeile von oben, und vergleiche die ersten sechs Takte mit dem Einzelblatt. Danach schau, was die Violinen im selben Zeitraum spielen: So siehst du, was die Viola-Spielerin in ihrer eigenen Stimme nicht liest.

Häufige Fehler

  • Stimme mit Stimmlage verwechseln: Der Sopran ist eine Stimmlage, die „Sopranstimme“ die Linie im Satz, die ein Sopran singt.
  • Eine Einzelstimme für unvollständig halten: Sie enthält alles, was eine Spielerin oder ein Spieler selbst ausführt; die anderen Stimmen stehen nur in der Partitur.
  • Einen Kanon für einstimmig halten: Die Zeile enthält die Melodie einmal, gespielt oder gesungen wird sie in mehreren Stimmen versetzt.