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Stimme

Alt

Tiefe Frauen- oder Knabenstimme, zwischen Sopran und Tenor.

Was es bedeutet

Alt bezeichnet die tiefste der klassischen Frauenstimmlagen, gelegentlich auch die entsprechende Knabenstimme, und liegt im Stimmensystem des gemischten Chors zwischen Sopran und Tenor. Der Name geht auf das lateinische altus, „hoch“, zurück und bezieht sich ursprünglich auf die höchste Männerstimme in mehrstimmiger Musik, aus der sich die heutige Bedeutung entwickelte.

Der Tonumfang der Altstimme reicht typischerweise von etwa f unter dem eingestrichenen c bis etwa f zwei, wobei sich die genaue Lage je nach Fachtyp und Repertoire verschiebt. Klanglich zeichnet sich der Alt durch eine dunklere, wärmere Färbung aus als der Sopran, bei vergleichbarer Beweglichkeit in der Mittellage.

Musikalische Verwendung

Im vierstimmigen Chorsatz übernimmt der Alt meist die zweithöchste Stimme und führt häufig eine harmonisch ausfüllende, weniger melodisch exponierte Linie als der Sopran. In Opern und Oratorien besetzen Altstimmen oft reifere, mütterliche oder auch dunkle, dramatische Rollen.

Von der Altstimme zu unterscheiden ist der Begriff Alt als Bezeichnung für Instrumente einer bestimmten Lage, etwa Altflöte, Altposaune oder Altsaxophon: Hier überträgt sich der Stimmlagenbegriff auf den Tonumfang eines Instruments innerhalb einer Instrumentenfamilie.

Historisch war die Altstimme in geistlicher Musik lange Männern vorbehalten, die als Falsettisten oder Countertenöre sangen, da Frauen in vielen liturgischen Kontexten nicht mitwirken durften; erst mit der zunehmenden Öffnung für Frauenstimmen wurde der Alt zur regulären Frauenstimme, wie sie heute bekannt ist.

Spielpraxis

Wenn du als Altstimme in einem Chor oder Ensemble singst, achte besonders auf eine tragfähige Mittellage, da dort die meisten harmonietragenden Töne liegen. Stütze den Ton auch in leiseren Passagen gut, damit die Innenstimme im Gesamtklang nicht untergeht, sondern das harmonische Fundament hörbar bleibt.