Oberstimme
Die Oberstimme ist die höchste Stimme eines mehrstimmigen Satzes. Sie trägt oft die Melodie, ist aber nicht darauf festgelegt: Entscheidend ist die Tonhöhe, nicht die Aufgabe.
- Bedeutung
- höchste Stimme eines mehrstimmigen Satzes
- Im gemischten Chor
- meist der Sopran, die höchste der vier Stimmen
- Trägt oft
- die Melodie
- Nicht gleichbedeutend mit
- Melodie
Die höchste Stimme im Satz
Sobald mehrere Stimmen gleichzeitig erklingen, liegt eine davon am höchsten. Diese Stimme heißt Oberstimme. Der Begriff beschreibt also, wo eine Stimme im Klang steht, nicht, was sie tut. Sie kann im Lauf eines Stücks vom einen Instrument zum anderen oder zur Singstimme wechseln. Im vierstimmigen Satz mit Sopran, Alt, Tenor und Bass ist meist der Sopran die Oberstimme.
Die Oberstimme trägt die Melodie
Zwei Stimmen: Die obere (markiert) ist die Oberstimme und singt die Melodie, die untere begleitet sie in Terzen. Beide Stimmen bewegen sich im selben Rhythmus.
Die Oberstimme liegt über der Melodie
Die Melodie aus dem ersten Beispiel steht jetzt unten. Die obere Stimme (markiert) liegt über ihr und ist deshalb die Oberstimme, auch wenn sie nicht die Melodie ist.
Oberstimme und Melodie
Oft fallen beide Begriffe zusammen, weil die Melodie häufig in der höchsten Stimme liegt. Notwendig ist das nicht. Die Melodie kann in einer tieferen Stimme liegen, etwa im Tenor eines Chorsatzes, und eine höhere Stimme darüber ist dann die Oberstimme, ohne die Melodie zu führen. Das zweite Notenbeispiel zeigt genau das.
| Begriff | Gemeint ist | Wonach man ihn bestimmt |
|---|---|---|
| Oberstimme | die höchste Stimme im Satz | nach der Tonhöhe |
| Melodie | die führende Stimme, die die Hauptmelodie trägt | nach ihrer Aufgabe |
| Sopran | die höchste Stimmlage im Chor | nach der Besetzung |
Im Notenarchiv
Vierstimmiger Satz
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Der Mond ist aufgegangen Johann Abraham Peter Schulz, Abendlied · vierstimmiger Satz für Sopran, Alt, Tenor und Bass in zwei Systemen · 1 Seite
Zwei Systeme, oben „SOPRANO.“ und „ALTO.“, unten „TENORE.“ und „BASSO.“. Im oberen System hat der Sopran die Hälse nach oben und liegt über dem Alt: Er ist die Oberstimme des Satzes. Taktart 4/4, ein ♭ in der Vorzeichnung, Auftakt ein Viertel, Schluss in Takt 12 mit Fermate.
Von drei Stimmen nur die oberste
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Auf, auf, ihr Hirten in dem Feld Weihnachtslied, Melodie: Volksweise (Kärnten) · einstimmig mit Akkordsymbolen · 1 Seite
Eine Anmerkung unter den Noten sagt, gesetzt sei die Oberstimme eines überlieferten Dreigesangs. Das Blatt zeigt nur diese eine Stimme, 6/8-Takt, drei Kreuze, mit Akkordsymbolen darüber. Die beiden tieferen Stimmen fehlen.
Beide Blätter zeigen, wie verschieden das Wort verwendet wird: einmal als oberste von vier Stimmen im Satz, einmal als die einzige gedruckte Stimme eines mehrstimmigen Gesangs.
Häufige Fehler
- Oberstimme und Melodie gleichsetzen: Meist liegt die Melodie oben, aber nicht immer.
- Die Oberstimme nur im Chor suchen: Jeder mehrstimmige Satz hat eine, auch ein Klavierstück oder ein Stück für Instrumente.
- Sopran und Oberstimme verwechseln: Sopran nennt eine Stimmlage im Chor, Oberstimme die höchste Stimme eines Satzes, auch in einem Stück ohne Chor.
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Verwandte Begriffe
StimmeSopranMelodieChorSatzBegleitungHomophonieBassAlt
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
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