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Theorie

Melodie

Folge von Tönen mit musikalischem Sinn.

Was es bedeutet

Eine Melodie ist eine Folge von Tönen, die als zusammenhängende Gestalt gehört wird. Was sie von einer beliebigen Tonfolge unterscheidet, ist nicht ein einzelnes Merkmal, sondern das Zusammenwirken mehrerer: eine sinnvolle Gliederung in Phrasen, ein erkennbarer Verlauf mit Zielpunkten, ein Rhythmus, der die Gestalt prägt, und eine Bewegung, die sich behalten lässt.

Musikalische Verwendung

Zwei Dimensionen wirken zusammen. Die Tonhöhenbewegung verläuft schrittweise oder in Sprüngen; Schrittbewegung trägt den Zusammenhang, Sprünge geben Kontur, und gute Melodien verbinden beides, wobei ein großer Sprung meist durch Gegenbewegung ausgeglichen wird. Die rhythmische Gestalt ist ebenso wesentlich: Dieselbe Tonfolge in anderen Werten ergibt eine andere Melodie, und viele Themen sind an ihrem Rhythmus allein erkennbar.

Dazu tritt der Bau im Großen. Melodien gliedern sich in Phrasen, die sich wie Frage und Antwort verhalten können — die achttaktige Periode aus Vorder- und Nachsatz ist das bekannteste Modell. Ein Spitzenton bildet häufig den Höhepunkt, und der Weg dorthin und zurück gibt der Linie Richtung.

Melodie und Harmonie bedingen einander: In tonaler Musik ergibt sich die Melodie weitgehend aus einem harmonischen Gerüst, das durch Durchgänge, Wechselnoten und Vorhalte melodisch ausgefüllt wird. In einstimmiger und modaler Musik fehlt dieser Rahmen, und die Melodie trägt allein.

Eine Melodie lebt von der Verbindung von Tonhöhen und Rhythmus. Ihr Umfang, ihre Richtung, ihre Schritte und Sprünge und ihre Gliederung in Phrasen bestimmen, wie sie wirkt. In der Vokalmusik richtet sie sich nach dem Text, in Instrumentalmusik nach den Möglichkeiten des Instruments. ## Spielpraxis

Singe eine Melodie, bevor du sie spielst — was sich singen lässt, gelingt am Instrument leichter und klingt überzeugender. Bestimme den Höhepunkt jeder Phrase und führe bewusst dorthin, statt gleichmäßig zu gestalten. Achte darauf, dass die Begleitung zurücktritt; eine Melodie braucht Raum, nicht Lautstärke. Und übe lange Linien in einem Bogen, ohne an jedem Taktstrich neu anzusetzen.