Periode
Meist achttaktiger Formteil aus Vorder- und Nachsatz.
Was es bedeutet
Eine Periode ist ein geschlossener musikalischer Gedanke aus zwei aufeinander bezogenen Hälften: Vordersatz und Nachsatz. In ihrer Grundform umfasst sie acht Takte, je vier für jede Hälfte. Die beiden Teile verhalten sich zueinander wie Frage und Antwort.
Musikalische Verwendung
Die Beziehung beruht auf zwei Merkmalen. Erstens auf dem gemeinsamen Anfang: Der Nachsatz beginnt meist mit demselben Material wie der Vordersatz, sodass die Verwandtschaft hörbar ist. Zweitens auf dem verschiedenen Schluss: Der Vordersatz endet offen, typischerweise mit einem Halbschluss auf der Dominante, der Nachsatz schließt mit einem Ganzschluss auf der Tonika. Die Frage bleibt stehen, die Antwort schließt ab.
Die Periode ist eines der grundlegenden Modelle der tonalen Musik und besonders in der Wiener Klassik, in Tanzsätzen und in Liedern verbreitet. Sie tritt in zahlreichen Abwandlungen auf: Vorder- und Nachsatz können verlängert oder verkürzt sein, der Nachsatz kann in eine andere Tonart modulieren, und mehrere Perioden können zu größeren Einheiten verbunden werden.
Abzugrenzen ist die Periode vom sogenannten Satz, dem anderen Grundmodell der klassischen Themenbildung: Dort wird ein kurzer Grundgedanke zunächst wiederholt und dann in einer Fortspinnung weitergeführt, die zum Schluss drängt. Die Periode ist symmetrisch und in sich ruhend, der Satz vorwärtsgerichtet. Viele Themen verbinden Züge beider Modelle.
Genau genommen ist die Periode mehr als eine Phrase: Die Periode besteht aus Phrasen, ist aber selbst eine größere Einheit.
Die klassische Periode ist achttaktig und gliedert sich in einen viertaktigen Vordersatz mit Halbschluss und einen Nachsatz mit Ganzschluss, der den Vordersatz aufgreift. Man unterscheidet sie vom Satz, der aus Präsentation, Fortspinnung und Kadenz besteht. Die Periode ist typisch für Themen der Wiener Klassik, Tänze und Lieder. ## Spielpraxis
Gestalte den Vordersatz offen und den Nachsatz schließend — der Unterschied soll hörbar sein. Halte die Spannung über den Halbschluss hinweg. Und gestalte den gemeinsamen Anfang beider Hälften nicht identisch; der zweite weiß, was der erste gefragt hat.