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Theorie

Homophonie

Homophonie nennt man einen Satz, in dem die Stimmen gemeinsam voranschreiten: Eine Melodie führt, die übrigen Stimmen begleiten sie akkordisch. Im engeren Sinn heißt so auch ein Satz, in dem alle Stimmen im selben Rhythmus laufen.

Bedeutung
Melodie mit akkordischer Begleitung
Eng gefasst
alle Stimmen im selben Rhythmus (homorhythmisch)
Gegenstücke
Monophonie (eine Linie), Polyphonie (mehrere gleichwertige Linien)
Typisch für
Lied, Choralsatz, Tanzmusik, Popsong

Eine Stimme führt, die anderen gehen mit

Das Wort setzt sich aus griechisch „homos“ (gleich) und „phone“ (Klang, Stimme) zusammen. Gemeint ist der Gleichlauf der Stimmen. In der Praxis begegnet man zwei Bedeutungen. Die weite beschreibt jeden Satz mit einer Hauptstimme und akkordischer Begleitung, so wie ein Lied mit Gitarre oder Klavier. Die enge verlangt, dass alle Stimmen im gleichen Rhythmus laufen, wie in einem schlichten Choralsatz. Im Beispiel unten gilt beides.

Melodie mit Akkorden

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Oben läuft die Melodie e–f–d–c. Darunter stehen vollständige Dreiklänge (C, F, G, C), die in jedem Schlag gemeinsam weitergehen. Alle Töne eines Schlags erklingen gleichzeitig, es gibt keine eigenständige Gegenlinie.

Abgrenzung zu den Nachbarn

Eine Linie allein heißt Monophonie. Mehrere Linien, die selbständig sind und sich überlagern, heißen Polyphonie. Die Homophonie liegt dazwischen: mehrere Töne gleichzeitig, aber nur eine davon trägt die Melodie. Die Tabelle stellt die drei Satzarten nebeneinander.

SatzartWas erklingtBeispiel
Monophonieeine einzige Linie, ohne Begleitunggregorianischer Choral, ein Lied ohne Begleitung
Homophonieeine führende Melodie, Akkorde als Begleitungvierstimmiger Chorsatz, Lied mit Klavierbegleitung
Polyphoniemehrere gleichwertige Linien gleichzeitigKanon, Fuge

Der Unterschied ist zum Ohr leicht zu fassen. In einem homophonen Satz kann man alle Stimmen gleichzeitig hören, weil sie sich gemeinsam bewegen, und verfolgt dabei die Melodie. In einem polyphonen Satz folgt man mal der einen, mal der anderen Linie. Ein Satz, der in jedem Schlag eine neue Note gegen eine Note setzt, ist eine besonders klare Form, mehr dazu unter Nota contra notam.

Wo man sie antrifft

Fast alle Popsongs, Volkslieder und Choräle sind homophon gebaut: Eine Melodie, darunter Akkorde. Auch die Harmonielehre der Stufenakkorde und Kadenzen setzt diese Satzart voraus, denn sie fragt nach den Akkorden unter einer Melodie. Wie eine homophone Textur aufgefüllt wird, erklärt die Seite Füllstimmen; im Beispiel sind es die Dreiklangstöne unter der Melodie.

Zum Üben: Spiele die Melodie des Beispiels einstimmig und danach mit den Akkorden. Achte darauf, dass die Melodie auch mit Begleitung deutlich bleibt: Sie klingt vorn, weil sie oben liegt und sich als einzige durch den Satz zieht. Die Akkorde darunter übst du in Akkorde bauen.

Häufige Fehler

  • Homophon mit „gleich klingend“ verwechseln: Gemeint ist die gemeinsame Bewegung der Stimmen, nicht der Klang.
  • Homophonie mit Einstimmigkeit gleichsetzen: Einstimmig ist die Monophonie.
  • Jeden mehrstimmigen Satz für Polyphonie halten: Polyphonie verlangt selbständige Linien, nicht nur mehrere gleichzeitige Töne.